Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Bayer, Deutsche Bank und Wirecard - Fallen angels? Anleiheanalyse


16.04.19 09:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Bayer, Deutsche Bank sowie Wirecard eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Der Leverkusener Konzern Bayer AG habe den Abbau von weltweit 12.000 Stellen verkündet. Weniger als die Hälfte des Stellenabbaus - ca. 4.500 Stellen - würden auf Deutschland entfallen. Mit dem Stellenabbau solle es vor allem die Tochterfirma Bayer Business Services GmbH (BBS) treffen. Dort wolle der Konzern bei den internen Dienstleistungen wie IT, Finanzprozesse und operativer Einkauf sparen, die in dieser Servicegesellschaft gebündelt seien. Viele Kernaufgaben sollten daher zurück in die drei operativ tätigen Divisionen Pharma, Consumer Health (verschreibungsfreie Medikamente wie Aspirin) und Crop Science verlagert werden.

BBS habe im vergangenen Jahr weltweit ca. 6.400 Mitarbeiter gehabt und ein Servicevolumen von ca. EUR 2 Mrd. verantwortet. Wie viele Stellen bei der jetzt schwerpunktmäßigen Straffung der Verwaltung in Leverkusen entfallen würden, sei noch unbekannt. Weltweit sollten in den Verwaltungen und Landesgesellschaften ca. 5.500 Arbeitsplätze wegfallen. Dazu kämen 4.100 Stellen, die im Zuge der Fusion mit Monsanto bei der Agrarchemietochter Crop Science global wegfallen würden. Weitere 2.350 würden auf die weiteren Divisionen Pharma und Consumer Health entfallen. Dass der weltweite Abbau von 12.000 Arbeitsplätzen in Verbindung mit den Glyphosat-Prozessen stehe, habe Bayer-CEO Werner Baumann jedoch bestritten, habe das "Handelsblatt" berichtet.

In den Gerichtsprozessen um das glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichter "Roundup" stehe der Konzern stark unter Druck, weil es Krebs verursacht haben solle. Nachdem Bayer zum zweiten Mal mit seiner Tochter Monsanto vor dem US-Gericht eine Niederlage erlitten habe, würden nun hohe Schadenersatzzahlungen drohen - möglicherweise in Milliardenhöhe. Zudem hätten die Rechtsstreitigkeiten die Bayer-Aktie massiv unter Druck gesetzt. Der Börsenwert sei auf ca. EUR 57 Mrd. zusammengeschrumpft und sei jetzt weniger wert als vor der Fusion mit Monsanto. Gleichzeitig sei die Bilanz durch die milliardenschwere Übernahme des Saatgut-Riesen aufgebläht. Die Leverkusener würden jedoch argumentieren, dass sie Monsanto hätten übernehmen müssen, sonst wären sie selbst geschluckt worden. Allerdings sei aus Reputationsgründen der Name Monsanto gestrichen worden. Doch solange Monsanto im Konzernverbund integriert sei und die Rechtsrisiken nicht beseitigt seien, könnte es schwierig werden, die schlechte Börsenbewertung zu ändern.

Die Bilanz sei angeschlagen, denn für Prozesskosten habe Bayer Rückstellungen in Höhe von EUR 661 Mio. gebildet. Für Schadenersatzzahlungen seien jedoch keine Rückstellungen gebildet worden. In welcher Höhe eine Versicherung abgeschlossen worden sei, habe Baumann aus taktischen Gründen aber nicht verkünden wollen. Bis tatsächlich Geld an die Kläger fließe, könnten jedoch Jahre vergehen. Bayer wolle nun alle Rechtsmittel ausschöpfen und bis an die höchsten amerikanischen Gerichte gehen und sich nicht auf Vergleichszahlungen einlassen, habe Tagesschau.de berichtet.

Eine mögliche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank treffe auf große Kritik. Beide Banken würden mit schwachen Erträgen und hohen Kosten kämpfen, würden ihre Probleme durch eine Fusion aber nicht loswerden, denn Größenvorteile würden nicht automatisch zu Profitabilität führen. So eine Fusion könne ohnehin nur mit einer Erhöhung der Kapitalanforderungen an das dann verschmolzene Kreditinstitut zustande kommen und Bankenaufseher möchten an eine mögliche Fusion strenge Maßstäbe aufsetzen. So würden sie einen umfassenden Plan für den Stellenabbau fordern, um zu prüfen, ob sich der Deal betriebswirtschaftlich rechne.

Topmanager der beiden Banken würden seit einigen Wochen über einen Zusammenschluss verhandeln. Eine vorläufige Entscheidung, ob es überhaupt zur Fusion komme, solle bis Ende April fallen. Diese werde sich aber nur lohnen, wenn Zehntausende Jobs gestrichen würden, damit die Kosten sinken würden. Die Fusionsgespräche zwischen den beiden Banken würden in diesen Tagen jedoch viele Mitarbeiter aufrütteln. Nach Schätzung von ver.di-Chef, Frank Bsirske, könnten mindestens 30.000 der insgesamt ca. 135.000 Arbeitsplätze durch einen Zusammenschluss wegfallen und Widerstand der Gewerkschaften könnte eine Restrukturierung erschweren und verteuern.

Eine Fusion beider Banken könne angesichts ihrer Größe laut dem "Handelsblatt" Risiken für die Stabilität des Finanzsystems bergen: Wenn es zu einer Krise komme, könnten verheerende makroökonomische Auswirkungen entstehen. Zudem würden sich größere Banken auch eher stärker verschulden, weil sie wissen würden, dass sie im Notfall vom Staat gerettet würden. Dazu komme die Ansteckungsgefahr, denn gerade in Deutschland seien die Institute stark miteinander vernetzt, weil einzelne Geldhäuser viele Anleihen anderer Banken halten würden. Des Weiteren könnte dieser Umbauprozess eine fusionierte Bank lähmen, da sich Banken nach einer Fusion erst einmal mit sich selbst beschäftigen und wichtige Trends verschlafen würden, was auf Kosten der Innovation gehen könnte. Laut Verhandlungskreisen werde die Großbankenehe aktuell noch auf 50:50 geschätzt, die Banken möchten dazu aber noch keinen Kommentar abgeben, berichte das "Handelsblatt".

Zudem habe die Deutsche Bank im März in ihrem Geschäftsbericht erklärt, dass die Rahmenbedingungen im Investment Banking weiterhin problematisch seien. Die Erträge aus dem Handel mit Wertpapieren seien in sieben aufeinander folgenden Quartalen gesunken. Dies sei ein großes Problem in den Verhandlungen des Kreditinstituts mit der Commerzbank über eine mögliche Fusion. Die von der Bank erstellte Schätzung für das erste Quartal gehe von einer Reduzierung der Handelserlöse um 18,6% gegenüber vom Vorjahresquartal aus. Das erste Quartal sei jedoch bei den Handelserträgen traditionell das stärkste für die Bank. Die Q1 Ergebnisse würden am 26. April veröffentlicht.

Die Finanzaufsicht BaFin habe ein Verbot auf neue Short-Positionen auf die Aktien des Zahlungsdienstleisters Wirecard erlassen. Zuvor habe die "Financial Times" ("FT") mit mehreren Publikationen über mögliche Bilanzverstöße des Zahlungsdienstleisters in Singapur für starkes Aufsehen an den Börsen gesorgt. Doch auch nach dem Verbot sei die Wirecard-Aktie nicht kontinuierlich zur Ruhe gekommen, denn die "FT" habe mit weiteren vermeintlichen Enthüllungen nachgelegt. Zwar habe sich die Aktie zwischenzeitlich stabilisieren können und pendle derzeit bei ca. EUR 109, aber die Attacken der "FT" hätten seit der ersten Berichterstattung am 30. Januar 2019 zu einem starken Absturz des Aktienpreises geführt. Diese volatile Entwicklung könnte nach den Osterfeiertagen anhalten, denn das Leerverkaufsverbot der BaFin für Wirecard-Aktien laufe am 18. April aus. Eine Woche nach dem offiziellen Ende des Leerverkaufsverbotes werde der DAX-Konzern dann seinen Geschäftsbericht veröffentlichen. Der Termin sei vom Unternehmen zuvor vom 4. auf dem 25. April verschoben worden, um externe Untersuchungen der Bilanz einer Anwaltskanzlei für das Geschäftsjahr 2018 berücksichtigen zu können.

Derweilen forciere der DAX-Konzern rechtliche Schritte gegen die britische Finanzzeitung "Financial Times" und den verantwortlichen Journalisten Dan McCrum. Dabei lasse sich der DAX-Konzern von der Rechtsanwaltskanzlei Bub Memminger & Partner vertreten. Die Kanzlei sei als gefürchtete Wirtschaftskanzlei bekannt, da sie ebenfalls im Zusammenhang mit dem berühmten "Breuer-Interview" Verfahren Leo Kirchs gegen die Deutsche Bank und deren Vorstandssprecher Rolf Breuer involviert gewesen sei. Die Beauftragung der Kanzlei stelle einen drastischen rechtlichen Schritt dar, der beweise, dass Wirecard die Vorwürfe sehr ernst nehme. Vor allem dürfte eine langwierige rechtliche Auseinandersetzung auf die "Financial Times" zukommen, habe "Der Aktionär" berichtet.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 18,00% Protect Multi Aktienanleihe auf Bayer, Deutsche Bank und Wirecard. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 50,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei am 20.03.2020, fällig sei die Anleihe am 27.03.2020. (Stand: 16.04.2019, 09:11)

Anleger sollten beachten, dass die Entwicklung des Aktienkurses des oben genannten Unternehmens von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig sei, die bei der Bildung einer entsprechenden Marktmeinung berücksichtigt werden sollten. Die Aktie könne sich immer auch anders entwickeln als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. Zudem seien vergangene Wertentwicklungen und Analystenmeinungen kein Indikator für die Zukunft.

Anleger seien dem Risiko der Insolvenz, das heiße einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten (Vontobel Financial Products GmbH, Frankfurt am Main) ausgesetzt. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Produkt unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 15.04.2019) (16.04.2019/alc/a/a)
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