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Inflation aktuell kein Problem für die US-Notenbank


15.01.20 12:49
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Unterschied zu einigen anderen Währungsräumen befindet sich die Inflationsrate in den USA auf einem für die Geldpolitik annehmbaren Niveau, so die Analysten von Postbank Research.

Im Dezember sei sie zwar leicht angestiegen, auf 2,3 Prozent von 2,1 Prozent im Vormonat. Die sogenannte Kerninflation, die Preissteigerungsrate ohne Energie und Nahrungsmittel, habe gleichzeitig bei 2,3 Prozent verharrt. Die FED dürften Niveau und Entwicklung der Preissteigerungsrate aber kaum beunruhigen. Im Vormonatsvergleich seien die Preise zuletzt etwas langsamer angestiegen. Außerdem habe der von der Notenbank bevorzugte Preisindex für die privaten Konsumausgaben zuletzt nur bei 1,6 Prozent gelegen, leicht unterhalb des Zielwerts von 2 Prozent. Ohnehin würden die Währungshüter aktuell eher auf konjunkturelle Risiken schauen, die vom Handelsstreit und der Wachstumsschwäche in anderen Regionen ausgehen wüden.

Mit Blick auf den Zollkonflikt sei aktuell Entwarnung angesagt, würden die USA und China in diesen Tagen doch ein Teilabkommen unterzeichnen. Die Konjunkturdynamik könnte etwas zunehmen, wenn die Unsicherheit rund um den Handelsstreit abebbe, und theoretisch zu einem höheren Preisdruck in den USA führen. Ein Abbau von Zöllen wirke über geringere Importpreise aber auch inflationsdämpfend, so dass die Gefahr einer Verfehlung des Preisstabilitätsziels erst einmal nicht so groß sei. Die Deutsche Bank erwarte dementsprechend keine Änderung der Leitzinsen in den USA. (15.01.2020/alc/a/a)