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Inflation in Großbritannien überrascht auf der Unterseite


16.01.20 08:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im Dezember 2019 ist die Inflation in Großbritannien überraschend schwach ausgefallen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So habe die Jahresrate der Konsumentenpreise von 1,5% auf nur noch 1,3% nachgegeben. Das sei der niedrigste Stand seit November 2016. Die Kernrate (ohne Energie, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak) sei von 1,7% auf 1,4% gg. Vj. gefallen. Auch wenn ein großer Teil des Rückgangs auf geringere Preise im Hotel- und Gaststättengewerbe zurückzuführen sei, zeige der Blick auf den Warenkorb, dass der Preisdruck in der britischen Wirtschaft insgesamt gering sei und die zentrale Zielmarke der Bank of England (BoE) von 2% zunehmend unterschritten werde.

Nachdem sich Ende 2019 bereits zwei der neun stimmberechtigten Mitglieder des Monetary Policy Committees (MPC) der Notenbank für eine Leitzinssenkung ausgesprochen hätten und sich zuletzt weitere Notenbankvertreter zunehmend "dovish" geäußert hätten, sei die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt bereits auf einer der beiden nächsten MPC-Sitzungen im Januar oder März dieses Jahres gestiegen. Die Daten zum Arbeitsmarkt für Dezember und vor allem die Schnellschätzung zu den Januar-Einkaufsmanagerindices in der kommenden Woche dürften mehr Klarheit über den Zeitpunkt einer Reduzierung der Bank Rate durch die BoE in diesem Jahr liefern. Die Analysten würden mit einer Leitzinssenkung im Mai rechnen.

Das Britische Pfund habe mit schwächeren Notierungen auf die niedriger als im Konsens (1,5%) erwartete Inflationsrate reagiert, die Renditen 10-jähriger hätten spürbar nachgegeben. (16.01.2020/alc/a/a)