Hohe Nachfrage nach chinesischen Euro-Bonds


15.11.19 10:45
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Premiere nach 15 Jahren: Erstmals seit 2004 emittierte China letzte Woche drei neue Staatsanleihen (ISIN XS2078532913 / WKN A2R99K, ISIN XS2078533218 / WKN A2R99L und ISIN XS2078535346 / WKN A2R99M), die in Euro laufen, so die Börse Stuttgart.

Das Emissionsvolumen der drei Anleihen habe sich auf insgesamt 4 Milliarden Euro belaufen - und China hätte bei den Investoren sogar 20 Milliarden Euro einsammeln können, so hoch sei die Nachfrage nach den Anleihen mit einer Laufzeit von sieben, zwölf und 20 Jahren gewesen. China profitiere durch diese Emission von den niedrigen Zinsen im Euro-Raum. Bei der neuen, zwölfjährigen Anleihe beispielsweise betrage der Kupon 0,5%. Für ein vergleichbares Papier in der chinesischen Währung Yuan (CNY) würde der Kupon bei etwa 3,0% liegen. Zudem sei die jüngste Emission von Euro-Bonds ein Signal für die weitere Öffnung des Landes für westliche Anleger. So könnten nach dem chinesischen Staat auch Unternehmen aus der Volksrepublik Anleihen in Euro begeben und sich Geld am europäischen Anleihemarkt beschaffen.

Für Anleger seien die China-Bonds interessant, da sie im Vergleich zu vielen anderen Anleihen aus dem Euro-Raum noch eine nennenswerte Rendite bieten würden, China gleichzeitig aber auch ein vorzeigbares Rating von "A+" aufweise. Anleihen in Euro mit einer Rendite von etwa 0,5% und einem Rating als solider Schuldner - kein Wunder, dass sich die Bonds großer Nachfrage erfreuen würden. Jedoch würden alle drei Neuemissionen einen handelbaren Mindestbetrag von 100.000 Euro aufweisen. Damit kämen sie für Privatanleger kaum infrage. Wer dennoch in chinesische Anleihen investieren möchte, finde an der Börse Stuttgart über 40 Anleihen in der chinesischen Währung Yuan. Darunter fänden sich etliche Anleihen mit einem handelbaren Mindestbetrag von einer Million CNY, also rund 130.000 Euro, die daher eher institutionellen Anlegern vorbehalten seien. Aber auch eine Anleihe (ISIN XS1772362684 / WKN A19WEV) mit einem handelbaren Mindestbetrag von 10.000 CNY, also etwa 1.300 Euro.

Stichwort China: Das Reich der Mitte wirke sich auch auf die Renditen deutscher Staatsanleihen aus - zumindest über den Umweg Donald Trump. Die Äußerungen des US-Präsidenten hätten am Mittwoch wieder für Unsicherheit an den Märkten gesorgt. So habe Trump keine neuen Details zum Stand eines Handelsabkommens zwischen den USA und China geliefert und den Hoffnungen der Marktteilnehmer auf eine schnelle Einigung damit erstmal einen Dämpfer verpasst. In der Folge sei die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf -0,3% gefallen. (Bonds Weekly Ausgabe 46 vom 15.11.2019) (15.11.2019/alc/a/a)




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