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Großbritannien: Regierung plant Rekord-Anleiheemissionen


10.07.20 11:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Im Mai ist die öffentliche Verschuldung im Vereinigten Königreich, die neben dem Staat auch die Zentralbank berücksichtigt, zum ersten Mal seit 1963 wieder über 100 Prozent gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Ein weiterer Anstieg sei vorprogrammiert, habe Premierminister Johnson doch zuletzt bekannt gegeben, die Konjunkturerholung mit hohen Investitionen in die Modernisierung von Krankenhäusern, Schulen und Straßen weiter zu stützen.

In dem von Johnson vorgestellten Fiskalprogramm im Wert von fünf Milliarden Pfund seien als die größten Punkte Ausgaben in Höhe von 1,5 Mrd. Pfund für die Instandhaltung von Krankenhäusern, 1,75 Mrd. Pfund für Reparaturen und den Ausbau von Schulen sowie 0,9 Mrd. für lokale Infrastrukturprojekte geplant.

Zur Finanzierung der Corona-bedingten Stimulusmaßnahmen plane die Regierung dieses Jahr eine Rekordemission von Staatsanleihen. Die bis August geplanten Emissionen würden mit einem Volumen von 275 Milliarden Pfund bereits den Jahresrekord während der Finanzkrise 2009 übertreffen. Bis Ende 2020 würden einige Analysten sogar mit einem Emissionsvolumen in Höhe von rund 400 Milliarden Pfund rechnen.

Aufgrund der anhaltenden Anleihekäufe der Bank of England erscheine ein rapider Renditeanstieg zwar unwahrscheinlich. Das Potenzial britischer Staatsanleihen erscheine allerdings erschöpft.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen (0,20 Prozent; Stand: 06.07.2020) dürfte auf Jahressicht auf 0,50 Prozent steigen. (Ausgabe Zinsbulletin Juli 2020) (10.07.2020/alc/a/a)