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Geldmarkt: Mögliche weitere Hinweise auf TLTRO von besonderem Interesse


18.02.19 12:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Deutschland ist nur ganz knapp an einer technischen Rezession vorbeigeschrammt, so die Analysten der Nord LB.

Im letzten Quartal des Jahres 2018 habe es gerade einmal für eine schwarze Null gereicht. Während das Inland robust bleibe - es werde investiert, der private und der öffentliche Sektor würden fleißig konsumieren - drücke die globale Konjunktur die Nachfrage nach deutschen Gütern. Der Jahresstart werde allerdings auch alles andere als ein Kinderspiel bei den aktuellen globalen Rahmenbedingungen und den beiden Damoklesschwertern Handelskrieg und Brexit, von denen insbesondere die deutsche Exportnation betroffen wäre. Gerade dieses Wochenende habe die amerikanische Regierung ein Gutachten veröffentlicht, das den Autobauern schwer im Magen liegen dürfte, da es dem US-Präsidenten die freie Hand gebe, Zölle auf Autoimporte aus Europa zu erheben.

Das abbremsende Wachstum der Eurozone sei auch vom Gouverneur der französischen Notenbank, François Villeroy de Galhau, dieser Tage unterstrichen worden. Er habe angemerkt, dass die EZB die "rate guidance" anpassen werde, wenn sich herausstelle, dass der derzeitige Abschwung nicht nur temporärer Natur sei. EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Cœuré habe bereits am vergangenen Freitag eher Taubentöne von sich gegeben und den Markt beeinflusst: Der Euro habe sich abgeschwächt und Bankaktien seien gestiegen, als dieser darauf hingewiesen habe, dass sich die EZB gerade mit den TLTRO beschäftige.

Diese Woche würden noch Mario Draghi am Freitag und der Chefvolkswirt Peter Praet - letzterer sogar drei Mal - reden. Von besonderem Interesse sind dabei für die Analysten der Nord LB die möglichen weiteren Hinweise auf TLTRO's, die sie ja - wie bereits an dieser Stelle bemerkt - für den Sommer erwarten. (18.02.2019/alc/a/a)