FED wird an ihrem Kurs gradueller Leitzinsanhebungen festhalten - Wie kontrovers war die Diskussion im EZB-Rat wirklich?


23.11.17 10:15
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Auf den ersten Blick gaben die gestern in den USA veröffentlichten Wirtschaftsdaten ein gemischtes Bild ab, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Bei genauerer Betrachtung seien sie jedoch gar nicht schlecht ausgefallen. Der Rückgang der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter im Monatsvergleich sei nicht erwartet worden. Es müsse jedoch berücksichtigt werden, dass der Vormonatswert doch vergleichsweise deutlich nach oben korrigiert worden sei. Das gelte entsprechend für die einzelnen Auftragseingangskomponenten. Der vorläufige Wert des Konsumentenvertrauens der Uni Michigan habe zwar nicht an die Werte, die noch vor einigen Monaten erreicht worden seien, anknüpfen können. Der aktuelle Wert spreche aber weiterhin für eine ungebrochene Konsumlust der US-Verbraucher. Die "Black Friday Sales" dürften dazu einen ersten Aufschluss geben, wie das Weihnachtsgeschäft wohl laufen werde. Dabei seien insbesondere die Online-Umsätze zu beachten, da sich das Einkaufsgeschehen mehr und mehr vom stationären in den Online-Handel verlagere.

Auch die Stimmung der europäischen Konsumenten habe sich gemäß vorläufiger Werte der EU-Kommission aufgehellt. Der Handel im Euroraum dürfe sich also ebenfalls auf ein gutes Weihnachtsgeschäft freuen. Nur in UK scheine es derzeit etwas anders auszusehen. Gestern seien die Wachstumsprognosen von offizieller Seite für die kommenden Jahre gesenkt worden. Der Brexit scheine allmählich in Zahlen und Fakten anzukommen.

Viel Beachtung gefunden habe gestern das Protokoll der letzten Tagung des FOMC. Es sei deutlich geworden, dass den Notenbankern die schwache Inflationsdynamik trotz Vollbeschäftigung weiterhin Rätsel aufgebe, sie aber gleichzeitig am Kurs gradueller Leitzinsanhebungen festhalten würden. Am 13. Dezember dürfte es die nächste Leitzinsanhebung geben. Alles andere wäre aufgrund der FED-Rhetorik eine Überraschung.

Neben der FED könne auch die EZB für Neuigkeiten sorgen. Das Protokoll der letzten Tagung des EZB-Rats könnte durchaus zutage fördern, wie kontrovers die Diskussion um die Anpassung des geldpolitischen Kurses der Notenbank tatsächlich gewesen sei und vielleicht auch, wie viele Mitglieder des EZB-Rats sich über ein stärkeres und schnelleres Tapering ausgesprochen hätten. Argumente für eine schnellere Rückführung gebe es zu Hauf. Die Wirtschaft laufe. Heute würden die vorläufigen Werte für die Markit Einkaufsmanagerindices für das Dienstleistungs- und das Verarbeitende Gewerbe die Fortsetzung des Aufschwungs in den kommenden Monaten signalisieren.

Aufgrund von Thanksgiving seien aus den USA keine Impulse zu erwarten. Die Märkte würden geschlossen bleiben. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in Tag starten und sich zwischen 162,40 und 163,65 bewegen. (23.11.2017/alc/a/a)





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