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FED wird agieren


13.06.18 14:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche wird vor allem auf die Notenbanksitzungen der EZB und der FED zu achten sein, so die Analysten der Nord LB.

Das FX Segment habe zweifellos hinreichend Zeit gehabt, um sich auf eine weitere Straffung der geldpolitischen Ausrichtung in den USA vorzubereiten. Die US-Notenbank dürfte mittlerweile einen sehr akuten Handlungsbedarf sehen. Nicht nur der Devisenmarkt rechne fest mit einer weiteren Leitzinsanhebung durch das FOMC. Damit würde die obere Grenze der FED Funds Target Rate dann auf immerhin schon 2,00% steigen. Dies wäre ein auch psychologisch wichtiger Schritt hin zu einer nachhaltigen Normalisierung der von den Zentralbankern in Washington verfolgten geldpolitischen Strategie. Die Liquidität im US-Dollarraum würde von der FED damit also weiter verteuert werden, was der Währung der Vereinigten Staaten grundsätzlich helfen dürfte.

Auch die Kapitalmarktrenditen würden natürlich für den Greenback sprechen. Treasuries mit Laufzeiten von zehn Jahren würden nämlich wieder im Bereich von 3,00% notieren. Die sehr wahrscheinliche erneute Leitzinsanhebung in den USA wäre konkret gesprochen aber keine Überraschung. Die US-Zentralbank stehe vor allem aufgrund der guten Wirtschaftslage unter Zugzwang. Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen hätten die Finanzmärkte beispielsweise wieder einmal positiv überrascht. Nun müssten die aktuellen Angaben zur Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze im Auge behalten werden. Hier sei ebenfalls mit erfreulichen Daten zu rechnen.

Wie angedeutet sei ein Handeln der FED aktuell wohl bereits in den Wechselkursen eingepreist. Vor allem die Projektionen der US-Notenbanker und die Kommentare von FED-Chef Jerome Powell hätten somit das Potenzial, das FX Segment stärker in Bewegung zu versetzen. Auch mit Blick auf die EZB - wo Zinsanpassungen sicherlich noch nicht auf der Tagesordnung stünden - werde man genau auf Worte achten müssen. In jedem Fall sollte das FX-Segment die aktuellen Wirtschaftsdaten aus den Vereinigten Staaten sehr genau observieren müssen. (13.06.2018/alc/a/a)