FED erhöht Leitzinsspanne - Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen testet 3%-Marke


14.06.18 10:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - In den USA erhöhte gestern die FED wie erwartet die Leitzinsspanne um 25 BP auf 1,75 bis 2%, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Dies sei der zweite Zinsschritt in diesem Jahr und der siebte im aktuellen Zyklus. Beim projizierten Leitzinspfad halte die Mehrheit der FOMC-Mitglieder nun in Summe vier statt drei Zinsschritte in diesem Jahr für angemessen. Bei einem unveränderten Zielwert von 3,5% würden für 2019 weiter drei, für 2020 ein Zinsschritt ausgewiesen. Die Stellungnahme sei leicht falkenhaft ausgefallen. Der Verweis auf einen länger unter dem neutralen Niveau liegenden Leitzins sei gestrichen worden. Die Markreaktion sei verhalten ausgefallen.

Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen habe kurz die 3%-Marke getestet, liege aber nun wieder klar darunter. Die Zinskurve habe verflacht, zwischen 2- und 10-jähriger Laufzeit betrage der Renditeabstand nun 39 BP.

Bei der heutigen EZB-Sitzung liege der Fokus auf der Zukunft der Anleihekäufe. Es könnte eine Grundsatzentscheidung fallen, diese bis Jahresende einzustellen. Aussagen zur konkreten Vorgehensweise würden die Analysten der Raiffeisen Bank International AG aber erst für die folgende Sitzung erwarten. Der Staatsanleihemarkt habe sich auf dieses Szenario bereits eingestellt. So sei, wenn überhaupt, nur mit einer verhaltenden Reaktion zu rechnen.

Auf dem Primärmarkt habe gestern Italien mühelos EUR 5 Mrd. mehrerer Anleihen (Laufzeiten 2021 bis 2048) platziert. Die Nachfrage sei mit bid/cover von 1,3 bis 2 solide gewesen. Die Auktion Portugals von EUR 1 Mrd. für zwei Anleihen mit Laufzeit 2023 bzw. 2028 sei sehr erfolgreich (bid/cover 2,3 und 2,7) verlaufen. (14.06.2018/alc/a/a)