FED-Chef Powell: Vorerst keine weitere Leitzinssenkung geplant


14.11.19 12:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Heute reift die Deadline der US-Regierung ab, bis wann sie bekannt geben will, ob höhere Zölle auf die Einfuhr von Autos und Autoteilen aus der EU eingeführt werden, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Laut jüngsten Aussagen von hochrangigeren EU-Vertretern solle aber diese Entscheidung erneut verschoben werden.

In seiner Rede vor dem Joint Economic Committee des Kongresses habe gestern US-FED-Präsident Powell wiederholt, dass zunächst keine weitere Leitzinssenkung geplant sei. Die beschlossenen Zinssenkungen sollten ihre Wirkung in der kommenden Zeit voll entfalten und das FOMC rechne trotz Abwärtsrisiken mit einer anhaltenden Zunahme der Wirtschaftsaktivität. Nur eine materielle Änderung der Wirtschaftseinschätzung hätte eine weitere geldpolitische Lockerung zur Folge. Nach Interpretation der Analysten der Raiffeisen Bank International AG nehme die US-Notenbank aktuell eine abwartende Haltung ein und sei für weiteren Zinssenkungen im Falle negativer Überraschungen bereit (wait and see mit einem easing bias).

Unter den heute anstehenden Daten sollten die Ergebnisse vieler europäischer Länder für das BIP im dritten Quartal Beachtung finden. Für die Eurozone dürfte die Schnellschätzung von einer Steigerung um 0,2% p.q. bestätigt werden. Auch für Frankreich (+0,3% p.q.), Italien (+0,1% p.q.) und Spanien (+0,4% p.q.) lägen bereits vorläufige Zahlen vor, die wohl in dieser Veröffentlichungsrunde nicht revidiert würden. Das deutsche BIP sollte im Vergleich zum Vorquartal unverändert bis leicht geringer ausfallen. In den Niederlanden sei mit einem Plus leicht über dem Schnitt der Währungsunion zu rechnen.

In den USA seien Inflationsdaten (Produzentenpreise) und die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten (Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe) von Interesse. (14.11.2019/alc/a/a)