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Euro-Outs: Europäische Rentenmärkte in der Breite fester


27.06.19 11:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, verbuchte im Mai mehrheitlich Renditerückgänge, so die Experten von Union Investment.

Als unterstützend habe sich der weiterhin zurückhaltende geldpolitische Kurs wichtiger Zentralbanken erwiesen. Angesichts der globalen Krisenherde würden die Marktteilnehmer Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank immer weiter einpreisen. Daneben hätten die konjunkturellen Sorgen auch zu einem deutlichen Preisrückgang beim Rohöl geführt, wodurch die Haushaltssituation einiger erdölimportierender Nationen tendenziell entlastet werde.

Infolgedessen habe der gesamte Markt ein wenig aufatmen können. Dabei sei in Ungarn die Erholungsbewegung besonders stark ausgefallen. Die Rendite zehnjähriger Lokalwährungsanleihen sei hier um 35 Basispunkte gesunken. Auch weitere osteuropäische Nationen wie Polen und Tschechien hätten entgegen den schwächeren Aktienmärkten an der positiven Entwicklung anknüpfen können und sich mit Kursgewinnen verabschiedet.

Auf der anderen Seite seien aber auch in Anbetracht der zunehmenden Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China die bonitätsstarken Schuldverschreibungen aus der Schweiz, Norwegen und Schweden gefragt gewesen. Die Anleihen hätten jeweils rund 20 Basispunkte fester gehandelt. Derzeit würden zunehmend die Hoffnungen auf eine rasche Lösung schwinden.

Nachdem bereits zur Monatsmitte seitens der USA die Strafzölle auf chinesische Importe erhöht worden seien, habe Peking zuletzt ebenfalls mit Strafzöllen geantwortet. Unter Berücksichtigung der beidseitigen Androhung weiterer Maßnahmen würden die Zeichen gegenwärtig eher auf eine Eskalation hindeuten. Auch die britischen Gilts hätten trotz der andauernden Hängepartie im Brexit Kurszuwächse verzeichnen können. Im Vergleich zum Vormonat hätten die Renditen rund 30 Basispunkte tiefer notiert.

Rentenpapiere aus der Türkei, die letzten Monat noch stark unter Druck gestanden hätten, hätten sich im Mai überraschend stabilisieren können. Von politischer Seite habe es hier mit Blick in die USA zuletzt Entspannungssignale gegeben, wodurch die Rendite im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund 94 Basispunkte gesunken sei. Weiterhin habe auch die Türkische Lira um 2,6 Prozent gegenüber dem Euro aufwerten können. (Ausgabe vom 26.06.2019) (27.06.2019/alc/a/a)