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Die EZB ist der einzige Käufer weit und breit


05.06.20 12:00
BNY Mellon IM

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Gestern Nachmittag hat die Europäische Zentralbank hat ihr Pandemie-Notkaufprogramm um 600 Milliarden Euro erhöht und die Laufzeit bis Ende Juni 2021 verlängert, so Jon Day, Fondsmanager des BNY Mellon Global Dynamic Bond Fund.

Damit habe die EZB im Großen und Ganzen den Markterwartungen entsprochen. Staatsanleihen aus der zweiten Reihe hätten positiv auf die Ankündigung reagiert.

Angesichts des Emissionsvolumens sowohl von Staats- als auch von Unternehmensanleihen habe die EZB allerdings auch kaum eine andere Wahl gehabt, als ihr Programm zu erhöhen und zu verlängern. Die Unsicherheit am Markt, wie schnell sich die Wirtschaft erholen werde, sei nach wie vor hoch. So würden die Unternehmen dringend Cash benötigen, um ihre Bilanzen zu stabilisieren. Zur Stützung der Volkswirtschaften würden gewaltige staatliche Finanzspritzen eingesetzt. Die EZB gebe die notwendige Hilfe und verringere den Druck auf den Markt, die Anleiheemission zu absorbieren.

Die Aufstockung des Programms dürfte den Großteil der gestiegenen Neuemissionen aufsaugen. Das sei wichtig, da die Renditen von Staatsanleihen, insbesondere für die Kernmärkte, sehr niedrig und auf einer währungsgesicherten Basis für ausländische Investoren nicht attraktiv seien. Die EZB - der die Renditen gleichgültig sein könnten - sei praktisch der einzige Käufer weit und breit. (Ausgabe vom 04.06.2020) (05.06.2020/alc/a/a)