EZB bestätigt bisherigen Fahrplan und gibt optimistischeren Inflationsausblick


14.09.18 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Ratssitzung am Donnerstag wie erwartet keine Anpassungen ihres geldpolitischen Instrumentariums vorgenommen, so Dr. Jens Kramer von der Nord LB.

Die drei Leitzinssätze würden damit auf den bisherigen Niedrigstniveaus verbleiben. Wie schon im Juni angekündigt, werde die EZB ab dem nächsten Monat die Nettoanleihekäufe im Rahmen des Expanded Asset Purchasing Programme auf monatlich EUR 15 Mrd. halbieren und zum Jahreswechsel beenden. Ab Januar werde sich die Notenbank dann auf die Reinvestments bei fällig werdenden Bonds beschränken. Dieser Fahrplan sei am 13. September bestätigt worden und sorge für einige Verlässlichkeit, selbst wenn er unter den Vorbehalt der noch bis dahin ausstehenden wirtschaftlichen Daten gestellt werde.

Die Forward Guidance, die die Marktteilnehmer schon bisher darauf vorbereitet habe, dass mit Leitzinsanhebungen nicht vor dem Sommer 2019 zu rechnen sei, sei beibehalten worden. Entscheidungen zur Dauer, zum Umfang und zur Laufzeitenstruktur der Reinvestments habe es nicht gegeben. In der sich der Ratssitzung anschließenden Pressekonferenz habe der Ratsvorsitzende Mario Draghi erklärt, dass sich damit demnächst die entsprechenden Ausschüsse beschäftigen würden.

Bereits am Mittwoch sei durchgesickert gewesen, dass die vierteljährlich aktualisierten Projektionen der Volkswirte der Notenbank mit Blick auf das Wirtschaftswachstum leicht nach unten revidiert worden seien. Tatsächlich trage der nun nur noch auf 2,0% (zuvor: 2,1%) bzw. 1,8% (zuvor: 1,9%) prognostizierte Anstieg der Wirtschaftsleistung in diesem und im nächsten Jahr den zunehmenden Abwärtsrisiken Rechnung.

Das u.a. von den durch US-Präsident Trump heraufbeschworenen Handelskriegsängsten, den Gefahren eines ungeordneten Brexit sowie den jüngsten Turbulenzen in einigen Emerging Markets geprägte Umfeld gebe zu dieser - wenn auch dezenten - Korrektur des Ausblicks durchaus Anlass. Ausdrücklich habe Draghi betont, dass vom Protektionismus nach Auffassung der EZB die größten Unsicherheiten ausgehen würden. Gleichzeitig habe er sich aber zuversichtlicher geäußert, dass die Inflationsrate auch perspektivisch und nachhaltig wieder in den Zielbereich von nahe 2% zurückgeführt werden könne. Angesprochen auf die politische Konstellation in seinem Heimatland Italien, habe Draghi auf den noch ausstehenden Haushaltsentwurf verwiesen, von dem er erwarte, dass die Verschuldungsregeln eingehalten würden.

Insbesondere die etwas verbindlicher vorgetragene Perspektive der Erreichbarkeit des geldpolitischen Zieles der Preisniveaustabilität habe dem Euro einigen Auftrieb geben können. Die Gemeinschaftswährung sei gegenüber dem US-Dollar bis auf nahe 1,17 USD geklettert.

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die EZB wahrscheinlich im September nächsten Jahres und damit noch kurz vor dem Wechsel an der Spitze der Notenbank den Satz für die Einlagefazilität adjustieren wird, so die Analysten der Nord LB. Dies wäre der von Mario Draghi gesetzte Schlussakkord in seiner nicht unumstrittenen Schaffensphase.

Die EZB habe auf ihrer Ratssitzung vom 13. September wie erwartet keine Anpassungen ihres geldpolitischen Instrumentariums vorgenommen. Die Projektionen mit Blick auf das Wirtschaftswachstum seien leicht nach unten revidiert worden, was den zunehmenden Abwärtsrisiken Rechnung trage. Gleichzeitig habe sich Mario Draghi aber zuversichtlicher geäußert, dass die Inflationsrate auch perspektivisch und nachhaltig wieder in den Zielbereich von nahe 2% zurückgeführt werden könne.

Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die EZB wahrscheinlich im September nächsten Jahres und damit noch kurz vor dem Wechsel an der Spitze der Notenbank den Satz für die Einlagefazilität adjustieren wird, so die Analysten der Nord LB. Dies wäre der von Mario Draghi gesetzte Schlussakkord in seiner nicht unumstrittenen Schaffensphase. (Ausgabe vom 13.09.2018) (14.09.2018/alc/a/a)