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EZB-Zinsschritt frühestens im Oktober?


12.07.18 10:08
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Interpretationsspielraum hinsichtlich der Ankündigung der EZB, die Leitzinsen "über den Sommer 2019" auf dem aktuellen Niveau zu belassen, wurde gestern einmal mehr deutlich, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Medienberichten zufolge seien einige Ratsmitglieder der Auffassung, dass ein Zinsschritt damit frühestens im Oktober erfolgen könne. Andere wiederum sähen darin keinen Widerspruch zu einer Zinsanhebung bereits im Juli. Unterdessen werde die britische Regierung heute ihr Weißbuch mit detaillierten Vorstellungen zum Brexit veröffentlichen. Im Zentrum stehe eine Freihandelszone für Güter. Im Handelsstreit mit den USA habe sich der französische Finanzminister Le Maire dagegen ausgesprochen, die EU-Einfuhrzölle auf Pkw "überstürzt" zu senken, sondern zunächst die Auswirkungen auf die europäische Autoindustrie zu evaluieren.

Datenseitig stehen heute in den USA die Verbraucherpreise für den Monat Juni im Fokus (wir erwarten die Gesamt- und die Kernrate im Vorjahresvergleich unverändert), so die Analysten der RBI. In der Eurozone dürfte die Industrieproduktion (Mai) trotz des enttäuschenden Ergebnisses aus Frankreich einen Rebound (im Vormonatsvergleich) verzeichnen.

Auf dem Primärmarkt habe Deutschland gestern eine Anleihe mit Fälligkeit 2028 zu einer Emissionsrendite von 0,36% (Emissionsvolumen: EUR 3,19 Mrd.) begeben, während Portugal mit 2028 (Emissionsrendite: 1,73%) und 2034 (2,26%) fällig werdenden Anleihen aktiv gewesen sei. Für heute hätten sich Italien (2021, 2025, 2033, 2038) und Irland (2028, 2045) mit Anleihen angekündigt. (12.07.2018/alc/a/a)