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EZB-Sitzungsprotokoll im Fokus


16.01.20 09:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Auf der jüngsten Ratssitzung im Dezember hatte die EZB wie allgemein erwartet keine Änderungen an den geldpolitischen Rahmenbedingungen in der Eurozone vorgenommen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die im November 2019 wiederaufgenommenen Nettoanleihekäufe im Umfang von monatlich 20 Mrd. EUR sollten demnach so lange wie nötig durchgeführt werden und die Leitzinsen auf ihren aktuellen Niveaus oder niedriger verbleiben, bis sich die Inflation robust dem Notenbankziel von "unter, aber nahe 2% in der mittleren Frist" angenähert habe. Die Analysten würden im laufenden Jahr nicht mit einer Anpassung des Einlagensatzes von aktuell -0,50% rechnen. Das Protokoll der Notenbanksitzung vom 12. Dezember dürfte vor allem hinsichtlich möglicher Positionierungen einzelner Ratsmitglieder in Bezug auf die angekündigte Strategieüberprüfung von den Finanzmarktteilnehmern untersucht werden.

Der Prozess der Strategieüberprüfung solle im Verlauf des Januars gestartet und bis Ende 2020 abgeschlossen werden. In den kommenden Wochen werde sich zeigen, welche Priorisierungen hier vorgenommen würden. Die Einigung auf finale Ergebnisse - die Benennung eines Inflationszielbereichs könnte einen Kompromiss darstellen - dürfte sich schwierig gestalten. Die Auswirkungen auf die Zins- und Devisenmärkte seien abhängig vom Umfang etwaiger Veränderungen. (16.01.2020/alc/a/a)