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EZB-Entscheidung - Der starke Euro wird bleiben


11.12.20 12:00
BNY Mellon IM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die EZB stockt Ihr Corona-Notprogramm auf, so die Experten von BNY Mellon Investment Management.

Eine Abkehr von dieser Politik sei vorerst nicht zu erwarten, meine Paul Brain, Head of Fixed Income bei Newton Investment Management und Manager des BNY Mellon Global Dynamic Bond Fund.

Die EZB werde diese lockere Geldpolitik höchstwahrscheinlich auch nach der Einführung eines Impfstoffs beibehalten, der mögliche Schaden für die Wirtschaft sei sonst einfach zu groß. Niedrige Zinsen zusammen mit fiskalischer Unterstützung würden die Erholung unterstützen und den Volkswirtschaften helfen, die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Auch der starke Euro und die langwierigen Brexit-Verhandlungen würden ein Kriterium für die Zentralbank bleiben und sie in ihrer lockeren Politik bestärken.

Das Pandemie-Notkaufprogramm sei um 500 Milliarden auf 1,85 Billionen Euro erhöht und zudem um neun Monate verlängert worden, zusammen mit einer Verlängerung des TLTRO3-Programms bis Juni 2022. Die Beschränkungen für Banken, die das Programm nutzen wollten, seien leicht gelockert worden.

Sorgen über die Wirtschaft und eine starke Währung würden wahrscheinlich auch in die Vorhersagen einfließen - die Kommunikation konzentriere sich deshalb darauf, wie viel Potenzial für weitere Maßnahmen bestehe. Der starke Trend des Euro gegenüber dem US-Dollar sollte auch nach den Ankündigungen vom 10. Dezember 2020 nicht abbrechen, zumal der Diskontsatz unverändert bleibe. Interessant würde es natürlich, wenn die EZB Bedenken über die weitere Entwicklung äußern sollte. Schließlich würden die Experten eine weitere Einengung des Spreads zwischen den Anleihenmärkten der Peripherie- und Kernländer erwarten, solange die EZB ihre lockere Politik beibehalte.

Die Zentralbank dürfte also auf absehbare Zeit bei ihrer lockeren Politik bleiben, um Volatilität entgegenzuwirken - doch Anleger sollten dennoch die Marktrisiken im Blick behalten. (Ausgabe vom 10.12.2020) (11.12.2020/alc/a/a)