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EM-Rentenmärkte: Kräftige Erholungsrally


09.08.18 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Rentenmärkte der Schwellenländer zeigten sich im Juli deutlich erholt, so die Experten von Union Investment.

Nach drei Verlustmonaten in Folge sei es nun zu einer kräftigen Gegenbewegung gekommen. Auf US-Dollar und Euro lautende Staatsanleihen aus den Emerging Markets (EM) hätten auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) 2,6 Prozent zugelegt. Die Risikoaufschläge seien deutlich zurückgekommen und hätten sich im Monatsverlauf um 42 auf 325 Basispunkte eingeengt. Vor allem die leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt habe unterstützt. Nachdem die Zeichen im Juni noch auf weiterer Eskalation gestanden hätten, hätten sich die Konfliktparteien im Juli angenähert.

Die grundsätzliche Einigung zwischen den USA und der Europäischen Union, auf weitere Zölle zu verzichten, habe auch bei Schwellenländer-Investments für Entspannung gesorgt. Rückenwind sei auch aus China gekommen: Nachdem die US-Zölle zu einer Stimmungseintrübung der Wirtschaft im Reich der Mitte geführt hätten, habe die Regierung in Peking ein Stimuluspaket aufgesetzt. Um die Kreditvergabe anzukurbeln, habe die Zentralbank die Mindestreservesätze für Banken gesenkt. Daneben wolle die Führung auch fiskalische Impulse setzen, etwa durch geringere Steuern auf Forschungs- und Entwicklungsausgaben.

Schließlich hätten die inzwischen wieder deutlich attraktiveren Bewertungsniveaus von EM-Anlagen für eine Umkehr in den Mittelflüssen gesorgt. Nachdem in der ersten Juli-Woche noch 1,2 Milliarden US-Dollar aus weltweit in Schwellenländern investierende Fonds abgezogen worden seien, sei der Saldo mit Zuflüssen in Höhe von 880 Millionen US-Dollar positiv gewesen. Viele Investoren hätten den Abverkauf der vergangenen Monate wohl als übertrieben bewertet und seien entsprechend wieder auf der Käuferseite zu finden gewesen.

Gerade zuvor abgestrafte Titel seien im Juli gesucht worden. Nach monatelangem Abwärtstrend habe sich etwa der Argentinische Peso stabilisiert, was auch die Anleihen des südamerikanischen Landes gestützt habe. Nach vorne gerichtet würden der Fortgang des Handelskonflikts, die globale Renditeentwicklung sowie weiterhin auch Einzelländerthemen die größten Risikofaktoren für Schwellenländer-Rentenanlagen bleiben. (Ausgabe Juli 2018) (09.08.2018/alc/a/a)