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Deutsche Staatsanleihen: Kurse gestiegen


17.05.18 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Trotz gestiegener Lebensmittelpreise bleibt die Inflation in Deutschland vergleichsweise niedrig, so die Analysten der Nord LB.

Im April hätten die Verbraucherpreise im Schnitt 1,6% über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Die EZB strebe eine Teuerungsrate von knapp 2% im Euro-Raum an. Dieser Wert werde seit langem verfehlt.

Die japanische Wirtschaft wachse erstmals seit neun Quartalen nicht mehr. Das reale Bruttoinlandsprodukt sei um 0,2% Q/Q geschrumpft. Der Private Konsum sei zum Jahresstart schwach ausgefallen und überraschend negative Investitionen würden das Ergebnis zusätzlich drücken. Bemerkenswert sei die deutliche Korrektur des Vorquartals nach unten von +0,4% Q/Q auf nur noch 0,1% Q/Q. Die Analysten würden glauben, dass das negative Vorzeichen im ersten Quartal nur von temporärer Natur sei. Die Löhne würden derzeit kräftig steigen, dies sollte den Konsum stützen. Am Außenhandel freilich stehe ein großes Fragezeichen, hier könnte der amerikanische Präsident in diesem Jahr noch viel Unheil anrichten.

Der Produktionssektor in den USA sei aus dem Dornröschenschlaf erwacht! Die US-Industrieproduktion habe im April um 0,7% M/M zugelegt. Insgesamt erlebe der verarbeitende Sektor ein Revival - nicht überschäumend, aber erkennbar. Die beiden Einflussfaktoren Ölpreis und US-Dollar würden dabei Rückenwind liefern. Die konjunkturellen Perspektiven würden damit auch zur Mitte des zweiten Quartals gut bleiben. Eine erneute Zinsanhebung der Federal Reserve im Juni sei nahezu sicher, im zweiten Halbjahr werde noch (mindestens) ein weiterer Zinsschritt folgen.

Der deutsche Anleihenmarkt habe gestern von seinem als sicher angesehenen Status profitiert. Die politische Lage in Italien (es hätten Szenarien zum Euro-Ausstieg und Schuldenerlass kursiert) habe die Kurse deutscher Staatsanleihen steigen lassen. Anders habe es bei US-Anleihen ausgesehen, deren Kurse von soliden Wirtschaftsdaten in den USA (Industrieproduktion) belastet worden seien. (17.05.2018/alc/a/a)