Deutsche Bundesanleihen verstärkt nachgefragt


22.06.18 09:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Nur keine Experimente vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Costa Rica: Brasiliens Notenbank belässt den Leitzins bei 6,5%, obwohl der Real unter Druck steht wie die Selecao nach dem Unentschieden gegen die Schweiz, so die Analysten der Nord LB.

Deren Währungshüter hätten ebenfalls beschlossen, ihre Geldpolitik unverändert fortzusetzen. Im Gegensatz zu den Toren der DFB-Elf würden deutsche Steuereinnahmen sprudeln: 51,6 Mrd. EUR (+6,8% ggü. Vormonat) habe der Fiskus im Mai eingenommen, wie das Bundesfinanzministerium mitgeteilt habe.

Auch das Institut für Weltwirtschaft (IfW) habe die Wachstumsprognose für Deutschland für das laufende Jahr gestutzt. Das BIP werde in diesem Jahr statt der bislang erwarteten 2,5% nur um 2,0% zulegen, habe es geheißen. Für 2019 werde unverändert ein Plus von 2,3% erwartet. "Die jüngste konjunkturelle Eintrübung markiert noch nicht den Beginn des Abschwungs", habe das IfW mitgeteilt und auf mehrere Sonderfaktoren verwiesen, die zu einem schwachen Jahresauftakt geführt hätten.

Die anhaltend maue Stimmung am deutschen Aktienmarkt habe die Anleger wieder verstärkt deutsche Bundesanleihen nachfragen lassen. Dagegen sei es für italienische Anleihen deutlich bergab gegangen, nachdem zwei euroskeptische Abgeordnete den Vorsitz in wichtigen Parlamentsausschüssen übernehmen würden. Auch Anleihen anderer Südländer hätten darunter gelitten. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei auf 162,15 (161,51) gestiegen, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen habe sich um 4 Stellen auf 0,33% ermäßigt.

Schwache Konjunkturdaten und der Handelskonflikt würden für Nachfrage nach US-Staatstiteln sorgen. Die 10Y-Treasury rentiere mit 2,90%. (22.06.2018/alc/a/a)