Deutsche Anleiherenditen auf Rekordtief


24.04.12 09:49
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Dass der ifo-Index derzeit wenig Übereinstimmung mit der Entwicklung der Einkaufsmanagerumfragen aufweist, bewahrheitet sich auch diesmal, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Die PMIs für den Industriesektor in der Eurozone, allen voran jener für Deutschland, seien unerwartet stark zurückgefallen. Seien im März noch 48,4 Punkte verzeichnet worden, hätten im April nun mehr 46,3 Indexpunkte erreicht werden können. Für die gesamte Eurozone gerechnet würden sich die Erstergebnisse dieser Umfrage auf 46,0 Punkte nach 47,7 im März belaufen. Die Umfragen für den Dienstleistungssektor hätten sich für Deutschland zwar bei 52,6 Punkten behaupten können, jene für die Eurozone seien aber deutlich auf 47,9 Punkte abgesackt. Sämtliche Konjunkturhoffnungen seien damit wieder in den Keller gerutscht. Auch gebe es kaum Gründe, warum das heute für Belgien veröffentlichte Unternehmervertrauen nicht in die gleiche Kerbe schlagen sollte. Die schwachen Daten würden ein Argument mehr für die auf einem Rekordtief befindlichen deutschen Anleiherenditen liefern.

Auf der politischen Front hätten gestern zudem die Niederlande Schlagzeilen gemacht: Nachdem Premierminister Ruttes Sparbudget beim Koalitionspartner keine Zustimmung gefunden habe, habe er Neuwahlen angekündigt. Das politische Machtvakuum komme bei den Investoren nicht gut an, zumal auch der weitere Bestand des AAA-Ratings infrage gestellt werde.

Die USA würden den Datenreigen heute mit einigen Immobilienmarkdaten beginnen: Die März-Zahlen zu den Neubauverkaufen und der FHFA Hauspreis-Index stünden auf dem Programm. Wenig Veränderung zum Vormonat dürfte die Konsumentenumfrage des Conference Boards bringen. Nach einem starken Aufwärtstrend in den ersten Monaten des Jahres habe sich dieser zuletzt im März deutlich eingebremst. Ein nach wie vor schwacher Arbeitsmarkt und steigende Benzinkosten würden gegen eine positive Überraschung sprechen.

Am Primärmarkt würden heute die Niederlande und - spannender - Italien mit Anleihenemissionen aktiv. (24.04.2012/alc/a/a)