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Cover Bonds: DZ HYP wird größter deutscher Emittent


09.08.18 11:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Aus dem Zusammenschluss der DG HYP und der WL BANK, beides Tochterinstitute der genossenschaftlichen Zentralbank DZ BANK, ging mit Eintragung in die Handelsregister vom 27. Juli 2018 die DZ HYP als größter Pfandbriefemittent in Deutschland (Volumen von ca. EUR 45 Mrd.) hervor, so Melanie Kiene, CIIA, und Matthias Melms, CIIA, CCrA von der Nord LB.

Die DZ HYP sei eine führende deutsche Immobilienbank mit Sitz in Hamburg und Münster. An den beiden Hauptstandorten sowie ihren Regionalzentren und -büros seien bundesweit rund 850 Mitarbeiter beschäftigt. Die Fusion sei rückwirkend zum 01.01.2018 erfolgt. Die DZ HYP werde die Halbjahreszahlen voraussichtlich Ende August 2018 veröffentlichen. Die DZ HYP sei in den Geschäftsfeldern Gewerbekunden, Wohnungswirtschaft, Öffentliche Kunden und Privatkunden/Private Investoren tätig. Dabei würden die Betreuung der Volksbanken und Raiffeisenbanken und eine gemeinsame regionale Marktbearbeitung zu den zentralen Vertriebselementen gehören. Gleichzeitig biete die tiefe Integration in die Genossenschaftliche FinanzGruppe einen guten Zugang zu ungedeckter Refinanzierung.

Die DZ HYP werde im eigenen Namen Öffentliche und Hypothekenpfandbriefe begeben; die bestehenden Pools würden verschmolzen. Mehrheitsaktionärin der DZ HYP sei die DZ BANK, die direkt zu rund 77 Prozent und indirekt über treuhänderische Holdinggesellschaften der Genossenschaftlichen FinanzGruppe zu weiteren rund 19 Prozent an der Gesellschaft beteiligt sei. Weitere Anteile der Gesellschaft würden von der Stiftung Westfälische Landschaft in Münster sowie Volksbanken und Raiffeisenbanken gehalten.

Aufgrund der im Juli vollzogenen Fusion der WL Bank und der DG Hyp zur DZ HYP lägen derzeit noch keine vollständigen Poolreporte der fusionierten Deckungsmasse vor, allerdings entnehme man der aktuellen Investorenpräsentation einzelne Daten zu den verschmolzenen Pools, die darauf hindeuten würden, dass eine aggregierte Betrachtung der Deckungsmassen von WL Bank und DG Hyp zum Ende des zweiten Quartals 2018 ein guten Hinweis darauf geben würden, wie der hypothekarische und der öffentliche Pool zukünftig aussehen würden.

Auf Basis der aggregierten Daten der beiden Vorgängerinstitute habe die DZ HYP zum 30. Juni 2018 auf Pro forma-Basis ein ausstehendes Volumen von EUR 28,7 Mrd. an hypothekarisch-besicherten Pfandbriefen und sei damit der größte deutsche Emittent in diesem Segment. Dem emittierten Volumen stünden Deckungswerte in Höhe von EUR 33,2 Mrd. gegenüber, wodurch sich eine Übersicherung von 15,6% ergebe. Der hypothekarische Deckungsstock bestehe zu 94,2% aus originären Deckungswerten, welche sich wiederum zu 61,8% aus wohnwirtschaftlichen und zu 38,2% aus gewerblichen Deckungswerten zusammensetzen würden. Insgesamt würden 91,9% des Pools aus Deutschland stammen. Weitere 0,9% würden der Schweiz entstammen, gefolgt von Deckungswerten aus Frankreich (0,6%). Die sich im Deckungsstock befindlichen 113.439 Darlehen seien dabei an insgesamt 113.356 Kreditnehmer vergeben, woraus sich eine durchschnittliche Kreditforderung von EUR 292.775 pro Kreditnehmer ergebe.

Der Deckungsstock zur Absicherung der Öffentlichen Pfandbriefe umfasse zum Ende des zweiten Quartals auf Pro forma-Basis ein Volumen von EUR 19,0 Mrd. Bei ausstehenden Öffentlichen Pfandbriefen von EUR 16,2 Mrd. ergebe sich eine Übersicherung von 17,5%. Die ausstehenden Öffentlichen Pfandbriefe bestünden zum überwiegenden Teil aus Private Placements. Lediglich eine Benchmarkemission im Volumen von EUR 500 Mio. (DZHYP 0 1/4 11/20/19) sei hier ausstehend. Die Deckungsmasse beinhalte zu einem überwiegenden Anteil Forderungen gegen Schuldner aus Deutschland (81,1%) gefolgt von Spanien (6,6%) und Italien (5,4%). Mit 63,9% bestünden rund zwei Drittel der Deckungsmasse aus Forderungen gegen örtliche Gebietskörperschaften, gefolgt von regionalen Gebietskörperschaften und sonstigen Forderungen (9,1%).

Die Pfandbriefe der DZ HYP würden wie auch schon die Pfandbriefe der Vorgängerinstitute zu den engsten im jeweiligen Segment gehören. Sowohl die Hypothekenpfandbriefe als auch der Öffentliche Pfandbrief würden dabei deutlich unterhalb der jeweiligen Kurve gehandelt und würden derzeit ein rund zwei Basispunkte engeres Niveau aufweisen.

S&P habe Ende Juli die Ratings sowohl für das fusionierte Hypothekenpfandbriefprogramm als auch für die Öffentlichen Pfandbriefe mit jeweils AAA bestätigt. Beide Programme würden dabei einen Ratingpuffer von fünf Stufen aufweisen. Damit hätten auch die Benchmarkemissionen beider Programme ein Risikogewicht von 10% und würden sich im Rahmen der LCR als Level 1 Asset qualifizieren.

Mit der vollzogenen Fusion zwischen DG HYP und WL BANK zur DZ HYP sei der größte deutsche Emittent von Hypothekenpfandbriefen und Öffentlichen Pfandbriefen entstanden. Mit einem Marktanteil von derzeit 14,7% bei Hypfen und sogar 16% bei Öpfen kämen Anleger an diesem neuen Schwergewicht im Pfandbriefmarkt nicht vorbei. Insbesondere für Investoren, die den Pfandbriefmarkt neu für sich entdecken würden, werde die DZ HYP als neuer Marktführer die erste Wahl sein. (Ausgabe vom 08.08.2018) (09.08.2018/alc/a/a)