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Chef der türkischen Notenbank entlassen


12.07.19 14:40
Börse Stuttgart

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Seit Monaten taumeln die türkische Wirtschaft und die Türkische Lira aufgrund der abschreckenden Wirkung des politischen Kurses Erdogans, so die Börse Stuttgart.

Nun habe der türkische Staatspräsident am Wochenende Murat Cetinkaya, den Chef der Türkischen Zentralbank entlassen. Grund hierfür sei wohl die Weigerung Cetinkayas, die Zinsen zeitnah und deutlich zu senken. Präsident Erdogan vertrete die Auffassung, dass der aktuell 24% betragende Leitzins die Ursache der hohen Inflation sei. Cetinkaya hingegen sehe die hohen Zinsen als Mittel zur Eindämmung der Inflation und werde in dieser Ansicht durch internationale Ökonomen und Wirtschaftstheorien bestätigt.

Nach einem zarten Hoffnungsschimmer nach der von der Opposition gewonnenen Kommunalwahl in Istanbul sei nun also eine Aktion gefolgt, mit der Erdogan demonstriere, dass noch immer er die Macht im Staat inne habe. So dürfte auch die Geldpolitik des Landes in Zukunft enger mit den Ansichten Erdogans verknüpft sein. Sollte der neue Chef der Zentralbank eine konträre Linie verfolgen, ließe sich dieser ebenso ab- und ersetzen.

In Reaktion auf die Entlassung hätten die Märkte unruhig reagiert. Für den Leitindex der Istanbuler Börse sei es am Montag bis zu 1,8% in den Keller gegangen, die Türkische Lira habe sich zwischenzeitlich um bis zu 3,5% gegenüber Euro und US-Dollar verteuert. Die Rendite der zehnjährigen türkischen Staatsanleihen sei um einen Prozentpunkt auf 16,4% gestiegen.

In Folge würden Anleger und Analysten genau beobachten, wie die nächsten Zinsentscheidungen der türkischen Notenbank ausfallen würden und ob diese womöglich schneller erfolgen würden, als es der Markt und die Türkische Lira aufnehmen könnten. (12.07.2019/alc/a/a)