Chef der Richmond-FED äußert sich hinsichtlich weiterer Zinsschritte recht hawkish


09.08.18 11:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Immerhin wurden gestern die ersten Handelsbilanzzahlen Chinas seit Einführung von Strafzöllen im Volumen von 34 Milliarden USD auf China-Importe in die USA publiziert, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Und siehe da: Der Handelskonflikt habe zumindest bislang wenig an der Nachfrage der Amerikaner nach chinesischen Gütern geändert. Zwar sei der Handelsüberschuss Chinas insgesamt nicht so stark gestiegen wie von den Experten erwartet, aber vor allen Dingen, weil die chinesischen Importe viel stärker als die Exporte angezogen hätten. Dennoch: Der Anteil der USA an den chinesischen Exporten im Juli sei gerade einmal von 19,7 auf 19,3 Prozent gesunken.

Allerdings hätten Kommentatoren zu Recht davor gewarnt, dass der Handelskrieg zwischen China und den USA gerade erst begonnen habe und man derzeit noch nicht dessen langfristige Auswirkungen beurteilen könne. Und dass es in diesem Konflikt weitergehe, habe die Ankündigung der USA gezeigt, weitere 16 Milliarden USD chinesischer Importe mit einem Zoll von 25 Prozent zu belegen. Diese Maßnahme, die am 23. August in Kraft treten solle, sei allerdings längst im Markt bekannt, sei jedoch von den Medien wie eine Neuigkeit verkauft worden. Dass Händler darauf verwiesen hätten, der Dollar benötige einen neuen Anstoß, um wieder zuzulegen, sollte daher nicht verwundern und sei ein Indiz für einen typischen Gewöhnungseffekt: Die Wirkung neuer Nachrichten werde letztlich an der Stärke und Wichtigkeit vorangegangener Informationen gemessen.

Gut möglich, dass die Rede von FOMC-Mitglied Thomas Barkin in einem anderen Nachrichten-Umfeld anders wahrgenommen worden wäre. Barkin, seit dem 1. Januar Chef der FED von Richmond und in diesem Jahr mit Stimme im Offenmarktausschuss, habe sich nämlich hinsichtlich weiterer Zinsschritte recht hawkish geäußert, was per se nicht verwundern sollte, gelte er doch tendenziell als Zinsfalke. Allerdings sei die Rede möglicherweise auch nur deswegen aufgefallen, weil sie eine der ersten seit der Sitzung des Offenmarktausschusses in der vergangenen Woche gewesen sei. Und weil Barkin interessanterweise den Effekt der eskalierenden Importzölle zwischen den USA und China auf die US-Inflation heruntergespielt habe.

Am Ende bleibe der Euro innerhalb seiner Konsolidierung zwischen 1,1505 und 1,1855 EUR/USD (ISIN EU0009652759/ WKN 965275), wirke dabei allerdings technisch nicht wirklich gut unterstützt. (09.08.2018/alc/a/a)





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