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Brexit-Unsicherheit nimmt ab - Bank of England hält an aktuellem Kurs fest


15.01.20 11:31
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Nach dem klaren Wahlsieg der Tories hat das britische Unterhaus dem EU-Austrittsvertrag zugestimmt, so die Analysten von Postbank Research.

Auch wenn noch ein paar Hürden genommen werden müssten, sei ein Brexit Ende Januar 2020 so gut wie sicher. Eine Unsicherheit bezüglich des künftigen Verhältnisses zur EU bleibe bestehen, da Boris Johnson eine Verlängerung der Übergangsphase ablehnt und der vorgesehene Zeitraum bis Ende 2020 nicht ausreichen dürfte, um ein Freihandelsabkommen mit der EU zu verhandeln.

Konjunkturelle Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex befänden sich im kontraktiven Bereich und würden auf einen leichten Rückgang des BIP im vierten Quartal 2019 hindeuten. Wegen der Brexit-Unsicherheit vor den Wahlen Mitte Dezember dürfte sie aber nach unten verzerrt sein. Der Rückgang der Brexit-Unsicherheit und fiskalische Impulse sollten die Konjunktur in 2020 stützen. Das BIP-Wachstum dürfte im neuen Jahr leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent anziehen.

Wie bereits auf der vorangegangenen Sitzung hätten die Währungshüter im Dezember für eine Beibehaltung des aktuellen geldpolitischen Kurses gestimmt und würden bei Bedarf weiterhin Bereitschaft zu einer Lockerung der Geldpolitik signalisieren. Eine Leitzinssenkung der Bank of England sei nach der Wahl und dem sich abzeichnenden Brexit-Pfad unwahrscheinlicher geworden.

Bei einem konstanten Leitzinsniveau erwarte die Postbank auf Jahressicht einen leichten Anstieg 10-jähriger britischer Staatsanleihen von 0,74 Prozent (Stand: 13.01.2020) auf 0,95 Prozent. (Ausgabe Januar 2020) (15.01.2020/alc/a/a)