Bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Volkswagen: An steigenden Zinsen partizipieren - Anleiheanalyse


26.01.23 10:01
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Autor: Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK

Die Zinswende der europäischen Notenbank lässt Zinsprodukte, wie bonitätsabhängige Schuldverschreibungen, wieder attraktiv werden. Bonitätsstarke Schuldner, wie der Volkswagen-Konzern, könnten sich als Basiswerte anbieten, um Risiken im Depot zu streuen.

EZB treibt Zinswende voran


In den letzten Jahren haben sich die Börsianer an Nullzinsen gewöhnt. Kein Wunder, gab es doch am 07. Juli 2011 die letzte Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank (EZB). Damals hatte sie den Hauptrefinanzierungszins auf 1,50% angehoben. Anschließend folgten mehrere Jahre der konstanten bzw. leicht sinkenden Zinsen, bis am 10. März 2016 der Hauptrefinanzierungszins durch die die EZB auf 0,00% gesenkt wurde. Im Jahr 2022 wendete sich dann allerdings das Blatt und die EZB musste einen Zyklus der Zinsanhebungen starten, um die ausufernde Inflation einzudämmen. Insbesondere der Krieg in der Ukraine und Sanktionen gegen Russland aber auch die Coronapandemie haben dabei als Preistreiber fungiert. Zinsanhebungen haben außerdem den Effekt, dass sie die Wirtschaft von einer Überhitzung abhalten, indem sie die Kreditvergabe einschränkt. Im Gegenzug steigt wiederum tendenziell die Sparquote der Verbraucher und der Unternehmen.

Die erste Zinsanhebung durch die EZB auf 0,5% erfolgte dann am 21. Juli 2022. Mit der Anhebung um 50 Basispunkte wollte der EZB-Rat sicherstellen, dass die Inflation mittelfristig wieder in Richtung des Zielwerts von 2% zurückkehrt. Da die Inflation nicht eingedämmt werden konnte, folgten weitere Zinsanhebungen im September 2022, Oktober 2022 und zuletzt am 15. Dezember 2022. Bei diesem letzten Schritt wurde der Hauptrefinanzierungszinssatz um 50 Basispunkte auf mittlerweile 2,50% angehoben.

Die nächste Zinsentscheidung durch EZB-Präsidentin Lagarde wird am 02. Februar, einen Tag nach der Zinsentscheidung der amerikanischen Notenbank, erwartet. Experten gehen davon aus, dass der Leitzins durch die EZB bei diesem Termin zunächst unverändert beibehalten werden dürfte, da sich bereits erste Rückgänge bei den Inflationsraten im Euroraum erkennen lassen.

Steigende Zinsen lassen Zinspapiere wieder attraktiver werden

Steigende Zinsen haben mehrere Effekte auf den Markt. Für Unternehmen bedeuten steigende Zinsen in erster Linie höhere Refinanzierungskosten, welche die zukünftigen Gewinne verringern dürften. Höhere Kosten könnten wiederum dazu führen, dass die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sinkt, was die konjunkturelle Entwicklung belasten könnte. Für Anleger bedeuten steigende Zinsen hingegen auch, dass Zinsprodukte im Vergleich zu Unternehmensbeteiligungen attraktiver werden.

Neben Aktienanleihen, wo u.a. der Kurs des Basiswerts für die Tilgung am Laufzeitende relevant ist, könnten in diesem Zusammenhang auch bonitätsabhängige Schuldverschreibungen auf solvente Unternehmen interessant sein. Eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezieht sich dabei nicht auf den Kurs eines beliebigen Basiswerts, sondern auf die Bonität oder Kreditwürdigkeit einer öffentlichen oder privaten Schuldnerin. Das können Staaten sein, gängig sind aber insbesondere Unternehmen. Bonitätsabhängige Anleihen sind demnach Wertpapiere, die von Unternehmen oder Regierungen ausgegeben werden, um Geld von Investoren zu beschaffen. Die Zinsen, welche die Investoren erhalten, hängen u.a. von der Bonität des bezogenen Unternehmens ab.

Deutscher Automobilgigant im Profil

Die Volkswagen AG ist der größte Automobilhersteller in Europa und einer der führenden weltweit. Volkswagen konzentriert seine Tätigkeit auf das Automobilgeschäft und bietet entlang der gesamten Wertschöpfungskette einschließlich der Segmente Finanzdienstleistungen und Finanzierung ein breites und vollständiges Dienstleistungsspektrum an. Es gehören die Marken Volkswagen, Audi, SEAT, Škoda, Bentley, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Ducati, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Scania und MAN zum Portfolio. Dabei hat jede Marke ihren eigenen Charakter und operiert selbständig am Markt. Das Angebot reicht von verbrauchsarmen Kleinwagen, wie dem VW Up!, bis zu Luxusautos. Im Bereich Nutzfahrzeuge reicht die Produktpalette von Pick-ups bis zu Bussen und Schwertransportern. Um sich zukunftsfähig aufzustellen, hat der Konzern einen Elektro-Transformationsprozess eingeleitet. Das Ziel dieser Transformation sei es, den Anteil an vollelektrischen Fahrzeugen signifikant zu steigern. Gemäß der Konzernangaben vom 12. Januar mache Volkswagen wichtige Fortschritte bei diesem Prozess. So lieferte das Unternehmen im Jahr 2022 bereits 572.100 vollelektrische Fahrzeuge (BEVs) an Kunden aus, nachdem es im Jahr 2021 noch 452.800 waren.

Ratingagenturen sehen Volkswagen AG als stabil an

Fundamental steht der Volkswagen-Konzern stabil dar. Zwar weist er hohe kurz- wie auch langfristige Schulden in der Bilanz aus, doch wenn diese Verbindlichkeiten den Sachanlagen, dem Cashbestand und dem Umlaufvermögen gegenübergestellt werden, dann ergibt sich wieder ein ganz anderes Bild. Die Ratingagenturen teilen diese Einschätzung.

Standard & Poor's hatte die Volkswagen AG am 23. Oktober kurzfristig mit "A-2", langfristig mit "BBB+" und den Ausblick auf "stabil" eingestuft. Obendrein geht sie davon aus, dass VW seine "NEW AUTO"-Strategie vorantreiben und die finanziellen Auswirkungen der sich verschlechternden Wirtschafts- und Branchenbedingungen erfolgreich eindämmen wird, wodurch es dem Unternehmen ermöglicht wird, einen von S&P Global Ratings bereinigten freien operativen Cashflow (FOCF) von mehr als 3% des bereinigten Umsatzes bei gleichzeitiger Beibehaltung der Hebelwirkung von unter 0,5x zu erreichen.

Moody's hatte die Volkswagen AG am 20. Dezember 2022 langfristig mit "A3" und den Ausblick als "stabil" eingestuft. Die Ratingagentur verwies zur Begründung für das Rating u.a. auf die zyklisch sensitive Automobilbranche, die wachsende Konkurrenz im wichtigen chinesischen Absatzmarkt, aber auch auf die positiven Entwicklungen im Volkswagenkonzern und die stabile Bilanz.

Bonitätsabhängige Schuldverschreibung bezogen auf Volkswagen AG

Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in eine Unternehmensanleihe des Unternehmens sind bonitätsabhängige Schuldverschreibungen. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert Volkswagen AG zur Verfügung. Ein Beispiel ist eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung mit der WKN: DD5A11, die am 23.12.2027 fällig wird (Rückzahlungstermin). Die Zeichnungsfrist läuft vom 17.01.2023 bis zum 31.01.2023. Das Emissionsdatum ist der 31.01.2023 und der Zinslaufbeginn ist der 02.02.2023.

Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert. Die hier beschriebene bonitätsabhängige Schuldverschreibung (nachfolgend Anleihe genannt) bezieht sich auf das Referenzunternehmen Volkswagen AG. Die Anleihe ist ein festverzinsliches Wertpapier und hat eine feste Laufzeit. Bei dieser Anleihe sind die Zinszahlungen und die Rückzahlung nicht nur von der Bonität der DZ BANK abhängig. Zusätzlich sind die Zinszahlungen und die Rückzahlung an die Bonität des Referenzunternehmens geknüpft. Als Gegenleistung für die Übernahme dieser Risiken erhält der Anleger eine über dem Marktzins liegende Verzinsung. Vor dem Kauf sollte der Anleger daher die Bonität des Referenzunternehmens sowie des Emittenten einschätzen. So kann der Anleger entscheiden, ob die angebotene Verzinsung den individuellen Vorstellungen des Anlegers mit Blick auf die übernommenen Risiken entspricht.

Auswirkungen eines Kreditereignisses

Sofern die DZ BANK kein Kreditereignis in Bezug auf das Referenzunternehmen feststellt, wird die Anleihe am Rückzahlungstermin fällig. In diesem Fall erhält der Anleger an den Zinszahlungstagen eine feste Zinszahlung für die jeweils vorangegangene Zinsperiode sowie am Rückzahlungstermin den Nennbetrag.

Stellt die DZ BANK den Eintritt eines Kreditereignisses in Bezug auf das Referenzunternehmen fest, erfolgt keine weitere Zinszahlung. Die Anleihe wird beendet und nicht mehr verzinst. Dies gilt bereits für die Zinsperiode, in der die DZ BANK den Eintritt des Kreditereignisses feststellt. Statt einer Rückzahlung in Höhe des Nennbetrags am Rückzahlungstermin erhält der Anleger eine Rückzahlung in Höhe des Abwicklungsbetrags. Der Abwicklungsbetrag kann deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall Null (Totalverlustrisiko) betragen, d.h. die Zahlung entfällt in diesem Fall vollständig. Anleger sollten daher in der Lage sein, einen möglichen Totalverlust Ihres investierten Kapitals zu tragen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus der Anleihe aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

Stand: 24.01.2023, DZ BANK AG/Online-Redaktion

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