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BoE mit bangem Blick auf Dezember-Inflationsdaten


15.01.20 09:42
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nachdem sich das Konjunkturbild in Großbritannien spätestens seit der BIP-Schätzung für November am Montag noch weiter eingetrübt hat, steht das Offenmarktkomitee (MPC) der Bank of England (BoE) vor einer spannenden Zinsentscheidung, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

So könnten sich die MPC-Mitglieder bereits auf der Sitzung Ende Januar zu einer Zinssenkung genötigt sehen, um der anhaltenden Wirtschaftsflaute entgegenzutreten. Eine zentrale Rolle werde in diesen Überlegungen auch die Inflationsentwicklung spielen. Seit Jahresbeginn 2019 hätten sowohl die allgemeine Inflationsrate als auch die Kernrate kontinuierlich das mittlere Inflationsziel der BoE unterschritten.

Obwohl sich zumindest Erstere im Dezember von 1,5% auf 1,6% leicht nach oben bewegt haben dürfte, bleibe der unterliegende Inflationsdruck gemessen an der unverändert bei 1,7% erwarteten Kernrate wohl auch zum Jahresabschluss 2019 insgesamt gering. Vor diesem Hintergrund sei ein Zinssenkungsschritt bereits im Januar durchaus im Bereich des Möglichen. Die Analysten würden hingegen trotz der mäßigen Inflationsdaten weiterhin erst im Mai eine Senkung der Bank Rate um 25 BP erwarten.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung sei zuletzt deutlich stärker im Pfundkurs eskomptiert worden. Vor allem eine schwächer als erwartet ausgefallene Kernrate könnte diese Entwicklung heute beschleunigen und den Euro wieder Richtung 0,86 GBP hieven. (15.01.2020/alc/a/a)