Bank of England nimmt vorsichtig Abschied von der Idee, Leitzins zu erhöhen


29.11.19 10:37
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England (BoE) steht vor einem geldpolitischen Kurswechsel: Lange Zeit bildete die Britische Zentralbank eine Ausnahme unter den wichtigen Notenbanken und sprach von möglichen Zinsanhebungen nach einem geregelten Brexit, so die Analysten von Postbank Research.

Davon könne nun wohl keine Rede mehr sein. Im November habe die BoE ihren Leitzins unverändert bei 0,75% belassen. Zwei der neun stimmberechtigten Mitglieder hätten überraschenderweise sogar für eine Senkung votiert.

Die Brexit-Risiken, die kommenden Parlamentswahlen und vor allem die schwächere Dynamik in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt hätten die Bank veranlasst, ihre Inflations- und Wachstumserwartungen nach unten anzupassen. Entsprechend habe der scheidende BoE-Chef Mark Carney kommuniziert, dass die Geldpolitik die erwartete Erholung unterstützen müsste, falls sich das globale Wachstum nicht stabilisiere oder die Brexit-Unsicherheit weiterhin anhalte. Eine Leitzinssenkung der Britischen Zentralbank werde damit wahrscheinlicher. (Ausgabe Dezember 2019) (29.11.2019/alc/a/a)