Bank of England lässt Leitzins unverändert - US-Treasuries nach Inflationsdaten unverändert


14.05.18 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Vor dem Hintergrund schwacher Konjunkturdaten in Großbritannien hat die Bank of England (BoE) am Donnerstag auf ihrer turnusmäßigen Sitzung auf eine Leitzinserhöhung verzichtet, so die Experten von Union Investment.

Lange Zeit habe es so ausgesehen, als würden die britischen Währungshüter - nach der US-Notenbank - ebenfalls an der Zinsschraube nach oben drehen. Dies sei zumindest die Erwartung der überwiegenden Mehrheit der Anleger gewesen. Angesichts des geringen Wirtschaftswachstums (plus 0,1 Prozent) im ersten Quartal hätten die britischen Währungshüter den Leitsatz beibehalten. Zumal die Wachstums- und Inflationsprognosen für 2018 und 2019 zurückgenommen worden seien. Die Ungewissheit des bevorstehenden Brexit laste auf der britischen Wirtschaft, so Notenbankgouverneur Carney.

Insgesamt habe sich die BoE hinsichtlich ihrer Tonalität um einiges weniger aggressiv als noch zu Jahresbeginn gezeigt. Die am Markt gehandelte Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im laufenden Jahr habe mittlerweile deutlich abgenommen. Dies werde in erster Linie von weiteren Wachstumsdaten abhängig bleiben.

Britische Staatsanleihen, so genannte Gilts, mit zehn Jahren Laufzeit hätten sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert gezeigt. Zwischenzeitlich sei die Rendite zur Wochenmitte um wenige Basispunkte angestiegen, nach der Notenbanksitzung aber wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefallen.

Am US-amerikanischen Staatsanleihemarkt hätten die Renditen zunächst wieder ein wenig angezogen. Zehnjährige Schatzanweisungen hätten abermals die Drei-Prozentmarke erreicht. Die politische angespannte Lage im Nahen Osten und die Bekanntgabe schwächerer US-Inflationsdaten hätten die Anleger dann zu sicheren Staatspapieren greifen lassen. Hiervon hätten die US-Papiere etwas profitieren können. Einfluss hätten auch die US-Verbraucherpreise gehabt, die im April mit 0,2 Prozent leicht unterhalb der Erwartung der Volkswirte (0,3 Prozent) gelegen hätten. Die um schwankungsreichen Energie- und Nahrungsmittelpreise bereinigte Kernrate sei mit plus 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat ebenfalls geringer als erwartet angestiegen. Vor allem habe der Automobilsektor, sowohl bei Neu- als auch Gebrauchtfahrzeugen, zur Entspannung bei der Preisentwicklung beigetragen. Die Zinserhöhungsspekulationen in den USA seien somit ein wenig gedämpft worden. Der US-Anleihemarkt habe letztlich unverändert gelegen.

Die politischen Kapriolen in Italien hinsichtlich der Regierungsbildung hätten sich in der letzten Woche merklich in steigenden Risikoprämien (Spreads) niedergeschlagen. Anfang der Woche schienen trotz Vermittlungsversuchen von Staatspräsident Mattarella die Koalitionsverhandlungen zwischen den beiden Parteien Fünf-Sterne und der Lega Nord gescheitert, so die Experten von Union Investment. Neuwahlen im kommenden Oktober hätten als sehr wahrscheinlich gegolten. Der plötzliche Rückzug von Silvio Berlusconi, der dieser Koalition entgegenstanden habe, gebe nunmehr wieder Spielraum für eine Fortsetzung der Verhandlungen.

Am Staatsanleihemarkt seien die Ereignisse aber nicht gut angekommen. Italienische Papiere mit zehn Jahren Laufzeit hätten die Risikoprämien gegenüber Bundesanleihen per Saldo um 10 Basispunkte ausgeweitet. Die Verzinsung habe zuletzt 1,9 Prozent betragen. Der italienische Staatsanleihemarkt habe, den Handel im Euroraum betreffend, in der vergangenen Woche die schlechteste Wertentwicklung aufgewiesen. Deutsche Bundesanleihen hätten mit einer Rendite von 0,54 Prozent in der letzten Woche unverändert tendiert, was auch für die gesamte deutsche Zinsstrukturkurve gelte.

Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets) hätten am Donnerstag fester tendiert und einen guten Teil der in den Vortagen erlittenen Verluste wieder aufholen können. Entscheidender Impuls sei die Entwicklung am US-Staatsanleihemarkt gewesen. Weniger erfreulich seien hingegen die (von Mittwoch auf Mittwoch erhobenen) Mittelabflüsse bei weltweit in EM-Anleihen investierenden Fonds gewesen. Die Anlageklasse habe hierbei 2 Milliarden US-Dollar an Abflüssen zu verzeichnen gehabt. (Ausgabe vom 11.05.2018) (14.05.2018/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,30 % 2,00 % -   % 0,00% 22.10./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
2,30 % 1,40 %
Werte im Artikel
2,30 plus
+15,00%
0,00010 plus
0,00%