Bank of England: Leitzins bei 0,75% belassen


22.03.19 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Das geldpolitische Komitee der Bank of England hat gestern einstimmig beschlossen, den Leitzins bei 0,75% zu belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Diese Entscheidung sei erwartet worden. Die britischen Währungshüter hätten sie mit der von dem Brexit ausgehenden Unsicherheit begründet, die auf dem Wirtschaftsvertrauen und den kurzfristigen Aktivitäten, insbesondere den Unternehmensinvestitionen, laste.

Die gestern veröffentlichten US-Konjunkturdaten seien besser ausgefallen als erwartet. Der Philadelphia FED-Index sei im März kräftig von -4,1 auf 13,7 Punkte gestiegen und signalisiere ein solides Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe der Region. Der Index der US-Frühindikatoren sei im Februar etwas stärker als erwartet um 0,2% geklettert. Zudem sei der Vormonatswert leicht auf 0,0% nach oben korrigiert worden. Der Indikator stütze damit aber dennoch die Erwartung einer konjunkturellen Abkühlung in den USA.

Das EWU-Verbrauchervertrauen habe sich im März vorläufigen Angaben zufolge leicht von -7,4 auf -7,2 Punkte verbessert. Damit bewege es sich weiterhin auf einem im langjährigen Vergleich soliden Niveau und lege einen anhaltenden Zuwachs des privaten Verbrauchs nahe.

Heute würden die vorläufigen EWU-Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für März bekanntgegeben. Diese hätten zuletzt gegenläufige Tendenzen aufgewiesen. Während Ersterer im Februar mit 49,3 Zählern sogar unterhalb der Expansionsmarke von 50 Punkten gelegen habe, habe sich der Serviceindex auf 52,8 Zähler verbessern können. Die Divergenz zwischen den Sektoren ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass das Verarbeitende Gewerbe verstärkt unter den diversen globalen Belastungen wie Handelsstreitigkeiten oder Brexit leide, während der Dienstleistungssektor von einer immer noch soliden Binnennachfrage im Euroraum profitiere.

Nach seinem kräftigen Anstieg im Vormonat würden die Analysten bei Letzterem für März dennoch mit einer moderaten Gegenbewegung und einem Rückgang auf 52,0 Punkte rechnen. Zugleich würden sie davon ausgehen, dass es für eine Trendwende im Verarbeitenden Gewerbe noch etwas zu früh sein dürfte. Hierfür wären wohl zunächst klare positive Signale, beispielsweise aus den Handelsgesprächen zwischen den USA und China, erforderlich. Der EWU-Manufacturing-PMI dürfte sich mit 49,2 Zählern aber marginal unterhalb seines Februar-Niveaus stabilisieren.

Für die deutschen Einkaufsmanagerindices würden die Analysten mit gleichgerichteten Bewegungen wie bei ihren EWU-Pendants rechnen. Im Dienstleistungssektor sollte die Abwärtsbewegung aber nach dem erheblichen Anstieg im Februar mit einem Rückgang von 55,3 auf 54,3 Punkte etwas deutlicher ausfallen. Für die deutsche Industrie wiederum dürfte der Einkaufsmanagerindex mit einem marginalen Rückgang von 47,6 auf 47,5 Zähler weiterhin ein kontraktives Signal aussenden. (22.03.2019/alc/a/a)