Australische Notenbank könnte Leitzinsen noch einmal senken


24.09.20 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal um sieben Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit in etwa im Rahmen der Erwartungen gefallen, Australien steht damit dank weniger starker Lockdown-Maßnahmen und eines positiven Wachstumsbeitrags des Außenhandels besser da als die meisten anderen Industriestaaten, so die Analysten von Postbank Research.

Aktuelle Konjunkturindikatoren würden allerdings zur Vorsicht mahnen. Wegen erneuter Lockdown-Maßnahmen in Teilen Australiens sei der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im August von zuvor 58,5 auf 48,1 Punkte gefallen und deute damit wieder auf wirtschaftliche Kontraktion hin.

Auf ihrer Sitzung Anfang September habe die Notenbank die Refinanzierungsfazilität, die es Banken erlaube für drei Jahre Liquidität zu einem Zins von 0,25 Prozent aufzunehmen, bis Mitte 2021 verlängert. Der Leitzins sowie das Renditeziel für dreijährige Staatsanleihen von jeweils 0,25 Prozent seien unverändert geblieben. Angesichts anhaltender wirtschaftlicher Risiken und einer gedämpften Erholung könnten die australischen Währungshüter den Leitzins noch etwas absenken.

Australien und der Australische Dollar (AUD) würden weiterhin von der starken Konjunkturerholung in China und einer wachsenden Nachfrage nach Eisenerz für die dortige Stahlproduktion profitieren.

Auf Basis einer weiteren Lockerung der Geldpolitik erwarte die Postbank den AUD in sechs Monaten etwas schwächer bei 1,65 AUD (aktuell: 1,623, Stand; 21.09.2020). (Ausgabe Oktober 2020) (24.09.2020/alc/a/a)