Australien: Führt Inflation zu Leitzinssenkungen?


25.04.19 10:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In Australien bleibt der Inflationsdruck schwach, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Nach der Veröffentlichung von Australiens Inflation im ersten Quartal würden sich alle Augen auf die Zentralbank richten. Dabei habe das gegenüber dem Vorquartal überraschend unveränderte Preisniveau am Markt Erinnerungen an das erste Quartal 2016 wachgerufen. Damals habe eine enttäuschende Inflation zu zwei Zinssenkungen im Jahresverlauf geführt. Bis Jahresende 2019 preise der Markt nun ebenfalls zwei Zinssenkungen ein.

Die laufende Verzinsung australischer Staatsanleihen habe gestern über alle Laufzeiten hinweg nachgegeben, während der Australische Dollar gegen den Euro deutlich abgewertet habe. Die Deutsche Bank erwartet den Leitzins hingegen unverändert bei 1,5 Prozent. In seiner Rede zum Jahresausblick habe Australiens Zentralbankchef Lowe im Februar noch betont, dass Leitzinssenkungen im Jahresverlauf nur bei geringer Inflation und steigender Arbeitslosigkeit vorstellbar wären. Zwar liege die Inflationsrate mit 1,3 Prozent noch weit unter dem Zielwert der Zentralbank von zwei Prozent, die Arbeitslosigkeit sei mit fünf Prozent jedoch weiterhin niedrig. Doch nicht nur aufgrund des robusten Arbeitsmarktes, sondern auch wegen der guten Einzelhandelsumsätze, die auf einen starken Konsum hindeuten würden, dürfte die Preissteigerung wieder zulegen. (25.04.2019/alc/a/a)