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Anstieg der "Fallen Angels" - drei Gründe für Investmentchancen


30.06.20 10:30
BNY Mellon IM

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Der Markt für Investmentgrade-Unternehmen, die auf High Yield heruntergestuft wurden - sogenannte "Fallen Angels" wächst. Paul Benson, Head of Fixed Income Efficient Beta bei Mellon - einer Gesellschaft von BNY Mellon Investment Management, sieht drei Gründe, weshalb Investoren positiv gestimmt sein können.

Die steigende Anzahl an "Fallen Angels" seit Jahresbeginn bedeute auch, dass es mehr Chancen gebe, in herabgestufte Anleihen mit einem Abschlag zu investieren. In den letzten zehn Jahren seien die Zinssätze niedrig gewesen, sodass Unternehmen immer mehr Schulden über Anleiheemissionen aufgenommen hätten. Die Corona-Pandemie habe jedoch zu geringeren Unternehmensgewinnen und schwächeren wirtschaftlichen Aussichten geführt. Deshalb würden einige Unternehmen, die nicht vorsichtig genug agiert hätten, von den Rating-Agenturen jetzt herabgestuft.

Eine höhere Anzahl von Herabstufungen von Unternehmen bedeute auch, dass mehr Investoren zum Verkauf gezwungen würden, was wiederum Chancen auf größere Abschläge und höhere Renditen eröffne. Allein in den ersten vier Monaten des Jahres - von Januar bis Ende April - seien Unternehmen mit einem Volumen über 150 Milliarden US-Dollar herabgestuft worden - mehr als in jedem vollen Kalenderjahr zuvor. Analysten von der "Sell-Side" würden schätzen, dass es "Fallen Angels" im Volumen von weiteren 200 bis 700 Milliarden US-Dollar bis zum Jahresende geben werde.

Darüber hinaus würden weitere optionsbereinigte Spreads ("option-adjusted spreads", kurz: OAS) aus dem März breitgefächerte Einstiegspunkte bieten, was nach Meinung der Experten für Investoren attraktiv sein könnte. Gegenwärtig würden sich die OAS-Spreads auf einem Niveau befinden, das seit der großen Finanzkrise nicht mehr erreicht worden sei. Last but not least: Die US-Notenbank kaufe derzeit "Fallen Angels-Anleihen", was deren Bewertungen zusätzlich stütze. (30.06.2020/alc/a/a)