Anleihen: Zurück in den Sicherheitsmodus


19.10.20 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die rasant steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen und weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung machen Anleger nervös, so die Deutsche Börse AG.

"Die Woche ist eindeutig geprägt von Corona-Ängsten", berichte etwa Arthur Brunner von der ICF Bank. Daher seien sichere Staatsanleihen wieder sehr gefragt, zum Beispiel Bundesanleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere liege aktuell wieder nur bei minus 0,61 Prozent - das sei der niedrigste Stand seit März. Zum Vergleich: Noch Anfang September seien es minus 0,38 Prozent gewesen. Allerdings seien die Niveaus vom März, als die Renditen auf minus 0,9 Prozent gefallen seien, längst nicht wieder erreicht.

Weniger gefragt seien derzeit Staatspapiere aus einzelnen europäischen Ländern, die Kurse seien gesunken, die Renditen gestiegen. So hätten zehnjährige italienische Papiere den Renditevorsprung gegenüber Bundesanleihen um 8 auf 131 Basispunkte ausgeweitet, wie die Helaba berichte. In Spanien und Portugal seien die Spreads auf 77 Basispunkte gestiegen. "Die zunehmende Dynamik der Neuinfektionen dürfte Konjunktursorgen schüren und Kerntiteln aus der Währungsunion zu weiteren Gewinnen verhelfen", erkläre die Bank.

"Kaufinteresse sehen wir fast gar nicht", stelle auch Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank fest. Er melde Verkäufe von portugiesischen (ISIN PTOTEVOE0018 WKN A19UWV), aber auch argentinischen Staatsanleihen (ISIN XS2200244072/ WKN A282B6, ISIN XS2177365363/ WKN A28YAH).

Die Suche nach Sicherheit habe auch zur einer extrem hohen Nachfrage nach einer neuen österreichischen Staatsanleihe (ISIN AT0000A2KQ43) mit 0 Prozent Zins geführt, die 2040 fällig sei. Bei einem Emissionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro habe die Nachfrage bei 18,5 Milliarden Euro gelegen, wie Brunner berichte. "Die Anleihe wurde zu 101,98 Prozent platziert, das ergibt eine Minusrendite selbst für eine so lange Laufzeit." Der Handel starte kommende Woche.

Auf den Verkaufslisten stünden laut Daniel Anleihen von Symrise (ISIN DE000SYM7720/ WKN SYM772) und voestalpine (ISIN AT0000A27LQ1/ WKN A2R0KA), nachgefragt bleibe die Otto-Hybridanleihe (ISIN XS1853998182/ WKN A2LQ0B) mit Kupon von 4 Prozent. Laut Brunner würden sich Anleger tendenziell von Anleihen kleiner und mittelgroßer Unternehmen trennen, etwa von Papieren von Ferratum Capital Germany (ISIN SE0012453835/ WKN A2TSDS). "Mit den Kursverlusten vom März im Hinterkopf nehmen Anleger da offenbar Gewinne mit." Käufe und Verkäufe melde er für den Eyemaxx Real Estate-Bond (ISIN DE000A2YPEZ1/ WKN A2YPEZ). Beruhigt habe sich dem Händler zufolge die Lage um GRENKE. "Da sehen wir kaum noch Schwankungen." (Ausgabe vom 16.10.2020) (19.10.2020/alc/a/a)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
114,80 € 115,47 € -0,67 € -0,58% 25.02./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
PTOTEVOE0018 A19UWV 118,48 € 104,52 €
Werte im Artikel
31,78 plus
+0,35%
103,55 minus
-0,01%
104,00 minus
-0,27%
106,68 minus
-0,42%
114,80 minus
-0,58%
38,10 minus
-3,30%
72,30 minus
-15,69%