Anleihen-Handel: Zinsen fallen weiter


24.06.19 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die klare Botschaft des Ende Oktober scheidenden EZB-Präsidenten, bei Bedarf die Zinsen zu senken und weitere unkonventionelle Maßnahmen zu ergreifen, sorgte in der letzten Woche an den Kapitalmärkten für Bewegung, so die Deutsche Börse AG.

Dabei werde Draghi innerhalb seiner Amtszeit über eine Zinssenkung hinaus wohl kaum zusätzliche geldpolitische Lockerungsmaßnahmen ergreifen können. Diese müssten von seinem noch nicht ernannten Nachfolger kommen. Ob der künftige Amtsinhaber einen ähnlich ausgeprägten Drang Richtung Öffnung der Geldschleusen habe, sei offen.

Auch die US-Notenbank sende Zinssenkungssignale, die insbesondere durch schwächere Wirtschaftsaussichten - unter anderem aufgrund einer ausbleibenden Lösung im Zollstreit - möglicherweise bereits im Juli zum Tragen kämen. Eine Einigung zwischen den USA und China oder eine Annäherung während des anstehenden G20-Treffens könnten die Währungshüter nach Ansicht der Helaba von einer Zinssenkung noch abhalten.

"In Erwartung des Geldsegens konnten alle Anlageklassen zulegen", beschreibe Arthur Brunner von der ICF Bank die Reaktionen an den Kapitalmärkten. Mit der starken Nachfrage nach Bundesanleihen habe der Euro-Bund-Future zwischenzeitlich die Marke von 173 Prozent überschritten und eine Rendite von minus 0,32 Prozent erreicht. Erstmals seien zudem die Renditen zehnjähriger österreichischer und französischer Staatspapiere in den negativen Bereich gerutscht. Die Nachfrage nach italienischen Bonds habe ihre Rendite auf 2,1 Prozent reduziert.

"Mittlerweile hat sich die Kaufwelle an den Aktien- und Rentenmärkten wieder gelegt", stelle Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank fest. Aktuell notiere das hiesige Barometer für die künftigen Zinserwartungen um 172,53 Prozent (21.06.2019).

Investoren würden laut Brunner in größerem Umfang auf ertragreichere Unternehmensanleihen setzen. Gut ankäme zum Beispiel ein mit jährlich 5,5 Prozent verzinster UBM Development-Bond. Im Wochenverlauf habe der Wert von 95 auf gut 98 Prozent hinzugewonnen.

Die rege Nachfrage nach einer bis 2022 laufenden Douglas-Anleihe (ISIN XS1251078009 / WKN A161MW) mit einem Kupon von 6,25 Prozent habe für einen Kursanstieg von 91,25 auf knapp 95 Prozent gesorgt.

Ebenso landeten unterschiedliche Volkswagen-Bonds verstärkt in den Depots. Brunner nenne beispielhaft eine Hybridanleihe (ISIN XS1048428442 / WKN A1ZE21), die jährlich 4,625 Prozent Zinsen bringe und aktuell für 110 Prozent zu haben sei. Am 17. Juni habe der Wert noch um 107,60 Prozent notiert.

Mit der Aufnahme von 500 Millionen Euro beschließe die BayWa erfolgreich die Emission ihres ersten Green Bonds. Die fünfjährige BayWa-Anleihe mit einem Kupon von 3,125 Prozent werde nach Angaben von Petz auch von Privatanlegern ausgesprochen gut angenommen. "Bei starken Umsätzen legte der Kurs auf mittlerweile auf 103,30 Prozent zu. Das entspricht einer Rendite von 2,37 Prozent", informiere der Händler.

Ebenso würden Investoren Petz zufolge besonders häufig zu einer neuen Anleihe (ISIN XS2018637327 / WKN A2R37Q) von Heidelberg Cement mit jährlichen Zinsen von 1,125 Prozent und Fälligkeit im Dezember 2027 greifen. Der in 60 Ländern aktive Baustoffkonzern mit rund 60.000 Mitarbeitern habe 750 Millionen Euro in einer Stückelung von 1.000 Euro über den Kapitalmarkt eingesammelt.

Noch bis voraussichtlich kommenden Dienstag befinde sich eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2R1SR7 / WKN A2R1SR) von VST BUILDING TECHNOLOGIES in der Zeichnung. Der Anbieter von Technologielösungen für den Hochbau im Bereich Verbundschalungstechnik plane die Aufnahme von bis zu 15 Millionen Euro und biete Anlegern dafür 7,0 Prozent Zinsen im Jahr. Die Österreicher würden sich auf die Herstellung vorgefertigter VST-Bauelemente insbesondere für den Wohnungsbau fokussieren. Am 28. Juni werde der neue Bond voraussichtlich in den Handel aufgenommen. (Ausgabe vom 21.06.2019) (24.06.2019/alc/a/a)






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