Anleihen-Handel: Wieder neue Renditetiefs


05.07.19 15:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Erwartung weiterer Zinssenkungen hier und in den USA sowie die Nominierung Christine Lagardes als neue EZB-Chefin haben die Renditen in dieser Woche weiter fallen lassen, so die Deutsche Börse AG.

Lagarde gelte als Vertreterin einer lockeren Geldpolitik, es werde davon ausgegangen, dass sie den Kurs von Mario Draghi fortsetze.

So habe die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ein neues Allzeittief von minus 0,4 Prozent erreicht, der Euro-Bund-Future ein neues Allzeithoch von 174,05 Prozent. In den USA sei die Rendite für zehnjährige Treasuries unter die 2-Prozent-Marke gerutscht. Zum Vergleich: Im November seien es noch über 3 Prozent gewesen. Am heutigen Freitag werde auf den aktuellen US-Arbeitsmarktberichts gewartet. Falle er schlecht aus, könnten Zinssenkungserwartungen nochmals gestützt werden.

Auch die Renditen für Anleihen aus Europas Peripheriestaaten würden weiter zurückgehen - selbst für Italien. Laut Analyst Markus Koch von der Commerzbank dürfte dazu neben der Nominierung Lagardes auch die vorläufige Einigung im Haushaltsstreit der Italiener mit der EU beigetragen haben.

Mit einem Anstieg sei vorerst nicht zu rechnen. "Fallende Inflationserwartungen, die Aussicht auf Zinssenkungen der großen Zentralbanken - wir erwarten nun, dass die EZB die Zinsen im Juli sogar um 20 Basispunkte senkt - sowie schwache Konjunkturdaten dürften die Renditen eher noch weiter drücken", meine Koch. Für das dritte Vierteljahr prognostiziere die Bank nun eine Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von minus 0,45 Prozent, bis zum Jahresende sogar minus 0,5 Prozent.

Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud sehe das ähnlich: "Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sollte in den nächsten Quartalen unter bzw. nahe der Null-Prozent-Marke liegen." Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen werde sich im Bereich um 2 Prozent stabilisieren. "Auf der Anlageseite wird die Suche nach Erträgen noch schwieriger."

Für den Bereich Unternehmensanleihen melde Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank anhaltende Käufe für eine bis 2026 laufende Otto-Anleihe mit Kupon von 2,63 Prozent und eine 2024 bis laufende Anleihe (ISIN DE000A2TEDB8 / WKN A2TEDB) von thyssenkrupp mit 2,875 Prozent. Rainer Petz von Oddo Seydler berichte von großem Interesse an Perpetuals, also ewigen Anleihen. Gesucht seien etwa Papiere von Volkswagen mit Kupon von 3,5 Prozent.

Neues habe es von der Deutschen Telekom gegeben, wie Petz außerdem melde: Das Unternehmen sei mit zwei neuen Anleihen mit kleinanlegerfreundlicher Stückelung von 1.000 Euro auf den Markt gekommen: Die eine (ISIN XS2024715794 / WKN A2YNSJ) laufe bis 2027 und biete 0,5 Prozent, die andere (ISIN XS2024716099 / WKN A2YNSK) bis 2034 und 1,38 Prozent. "Da geht schon viel um", stelle der Händler fest. (05.07.2019/alc/a/a)





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