Anleihen-Handel: Wieder etwas höhere Bund-Renditen


08.04.19 10:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Risikoscheu ist leicht zurückgegangen, auch wenn sich das Brexit-Chaos fortsetzt und mittlerweile mehr oder fest von einer Konjunktureintrübung ausgegangen wird, so die Deutsche Börse AG.

So würden die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr jetzt nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent hierzulande erwarten, wie sie am Donnerstag in ihrer Gemeinschaftsprognose erklärt hätten. Im September hätten sie noch 1,9 Prozent vorausgesagt.

"Am Markt sieht man das Krisenszenario jetzt aber als unwahrscheinlicher an, die Aktienmärkte sind diese Woche ja auch sehr gut gelaufen", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Nach dem Ansturm auf sichere Anleihen in den vergangenen Wochen gebe es nun eine "Verschnaufpause". Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen liege nach zwei Wochen im negativen nun wieder leicht im positiven Bereich bei plus 0,01 Prozent. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future habe am Freitagmorgen bei 165,23 Punkten gestanden.

In Großbritannien sei weiter unklar, ob Theresa May zusammen mit der Labour-Party noch die Zustimmung des Parlaments für ihr Austrittsabkommen erhalten werde. "Auch ein harter Brexit am kommenden Freitag ist durchaus möglich, der sicherlich die Renditen erneut nach unten drücken würde", erkläre Markus Koch von der Commerzbank. Ebenfalls am kommenden Mittwoch stehe ein EZB-Treffen an. "Dabei dürften die am Markt inzwischen aufgekommenen Zinssenkungserwartungen eher gedämpft werden, was gegen einen weiteren Rückgang der Renditen spricht."

Weiter gut nachgefragt seien Brunner zufolge US-Staatsanleihen. "Hintergrund ist die Renditedifferenz zur Eurozone und der erwartete US-Dollar-Anstieg." Mit den Kommunalwahlen in der Türkei hätten die Umsätze in türkischen Anleihen angezogen, wie die Händler berichten würden. "Erst gab es Verluste, nach den Wahlen haben sich die Kurse aber wieder erholt", erkläre Rainer Petz von Oddo Seydler. Laut Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank hätten Anleger bei einer Staatsanleihe der Türkei in US-Dollar (ISIN US900123AW05 / WKN A0DXCJ) zugegriffen. Diese rentiere bei einem Kupon von 7,375 Prozent und Laufzeit bis 2025 aktuell mit 6,76 Prozent.

Weiter beliebt sei laut Daniel eine thyssenkrupp-Anleihe mit Kupon von 2,875 Prozent. Eher verkauft werde hingegen die bis August 2026 laufende Otto-Anleihe mit Kupon von 1,84 Prozent. "Das hängt wahrscheinlich mit einer neuen Otto-Anleihe zusammen", bemerke der Händler.

Brunner melde hohe Umsätze in einem Bond (ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany. "Zum Teil wurde wegen einer anstehenden neuen Anleihe von Ferratum verkauft, es finden sich aber auch immer wieder Käufer." Dass die isländische Billig-Airline Wow nun auch offiziell zahlungsunfähig sei, habe den Kurs der Anleihe (ISIN NO0010832785 / WKN A2RR7C) in der letzten Woche nochmals belastet, wie Brunner außerdem melde.

Neu auf dem Markt sei ein Bond (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA) des österreichischen Stahlkonzerns voestalpine im Volumen von 500 Millionen Euro, wie Daniel berichte. Das Papier mit Stückelung von 500 Euro biete 1,75 Prozent und sei 2026 fällig. "Wir sehen viele Käufe", erkläre der Händler.

Eine neue Unternehmensanleihe des Süßwarenherstellers Katjes International könne ab dem 8. April gezeichnet werden. Die Zinsspanne liege zwischen 4,25 und 4,5 Prozent bei einer Laufzeit von fünf Jahren. Die neue Anleihe richte sich mit einer Mindestanlagesumme von 1.000 Euro auch an private Investoren. (Ausgabe vom 05.04.2019) (08.04.2019/alc/a/a)





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