Anleihen-Handel: Risiken wieder präsenter


23.11.20 12:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der Euphorie über womöglich bald verfügbare hochwirksame Corona-Impfstoffe scheinen sich Anleger nun eher mit den rasant steigenden Fallzahlen und damit verbundenen Risiken zu beschäftigen, so die Deutsche Börse AG.

"Sichere Häfen wie Bundesanleihen sind gesucht", beschreibe Arthur Brunner von der ICF Bank den Wochenverlauf. "Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank von minus 0,47 auf minus 0,57 Prozent."

Im Rahmen von drei Euro-Neuemissionen habe die chinesische Regierung eine fünfjährige Staatsanleihe erstmals mit einer Minusrendite von 0,125 Prozent auf den Markt gebracht. Die Nachfrage der institutionellen Investoren sei Brunner zufolge riesig gewesen. "Das Papier war mehr als siebenfach überzeichnet." Für die Bonds mit Laufzeiten von zehn und 15 Jahren hätten die Bestellungen das Angebot um gut das Dreifache übertroffen. Chinas Wirtschaft erhole sich von der Pandemie schneller als in anderen Teilen der Welt. Hinzu komme, dass Peking in Europa eher selten aktiv und das Angebot deshalb überschaubar sei.

Im Handel mit Unternehmensanleihen sehe Brunner vor dem Hintergrund guter Nachrichten oder erkennbar positiver Entwicklungen punktuelles Kaufinteresse. Zu den Favoriten zähle der die ICF Bank eine bis Februar 2024 laufende, 50 Millionen Euro schwere Mutares-Anleihe mit variablem Zinssatz. Nach 95,75 Prozent am Montag notiere das Papier derzeit um 98,5 Prozent (20.11.2020). Das Unternehmen plane die Basisausschüttung von einem Euro je Aktie und stelle darüber hinaus eine Performance-abhängige Dividende in Aussicht.

Zwischenzeitlichen Zuspruch gebe es für eine neue, fünfjährige Noratis-Anleihe mit einem Kupon von 5,5 Prozent. "Der Bond notiert derzeit über 105 Prozent."

Gregor Daniel verbuche reges Interesse an Bonds von Semper idem Underberg. Gefragt seien ein mit jährlich 4,0 Prozent verzinster Wert (ISIN DE000A2YPAJ3 / WKN A2YPAJ) des deutschen Spirituosenherstellers mit Fälligkeit in 2025 und eine bis 2024 laufende Anleihe (ISIN DE000A2LQQ43 / WKN A2LQQ4) mit einem Kupon von 4,0 Prozent. "Verkäufe treffen häufig direkt wieder auf Kaufinteresse", informiere der Händler der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank, der die Renditen der Papiere als vergleichsweise attraktiv beschreibe.

Nach dem Absturz von 80 auf nahezu 10 Prozent sehe Brunner Käufer in der 20 Millionen Euro schweren Anleihe (ISIN DE000A2TSEB6 / WKN A2TSEB) der insolventen Joh. Friedrich Behrens AG. Der Kurs des Papiers sei auf gut 21 Euro gestiegen. Nachdem das Umtauschangebot für die am 11. November fälligen Anleihe nicht den gewünschten Erfolg gebracht habe, wolle sich das Unternehmen nun in Eigenverwaltung sanieren.

Seit Montag bis voraussichtlich 8. Dezember könne eine Anleihe (ISIN DE000A289YQ5 / WKN A289YQ) der Greencells GmbH über die Börse Frankfurt gezeichnet werden. Über den fünfjährigen besicherten Bond plane der Entwickler von Photovoltaik-Projekten die Aufnahme von bis zu 20 Millionen Euro und biete Anlegern dafür jährlich 6,5 Prozent. Die Mindestanlagesumme betrage 1.000 Euro. Mit den Erlösen solle laut Greencells unter anderem der Erwerb fast baureifer Projektrechte und der Ausbau des Projektentwicklungsgeschäfts einer Schwestergesellschaft finanziert werden. (Ausgabe vom 20.11.2020) (23.11.2020/alc/a/a)





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