Anleihen-Handel: Mehr Vorsicht als am Aktienmarkt


26.04.19 16:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während an den Aktienmärkten Risikofreude herrscht und an der Wall Street in dieser Woche sogar neue Allzeithochs markiert wurden, signalisieren die Anleihemärkte weiter Risiken, so die Deutsche Börse AG.

"Grund sind die schlechten Konjunkturdaten", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. "Diese Woche erhielten Bundesanleihen durch den wieder gesunkenen ifo-Geschäftsklimaindex nochmals Rückenwind." So sei die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen wieder in den Negativbereich gerutscht.

In den USA sei die Rendite für zehnjährige Treasuries im April zwar wieder etwas gestiegen, liege mit 2,52 Prozent aber weiter deutlich unter den Niveaus vom Oktober 2018 bei zeitweise über 3,20 Prozent. Für US-Treasuries melde Brunner hohe Umsätze auf beiden Seiten. "Da werden auch Gewinne mitgenommen."

Die Risikoaufschläge für Staatsanleihen aus einigen Euro-Peripherieländern hätten unterdessen wieder angezogen, etwa für italienische Papiere. Keine auffälligen Umsätze würden spanische Anleihen vor den Parlamentswahlen am Sonntag verzeichnen, wie Brunner melde. "Die Renditen bleiben stabil." Aktuell werfe die zehnjährige spanische Staatsanleihe 1,07 Prozent ab, im Oktober 2018 seien es noch 1,73 Prozent gewesen. In Umfragen liege Pedro Sánchez mit seinen Sozialisten von der PSOE zwar vorn, für eine absolute Mehrheit würde es aber nicht reichen.

Deutlich unter Druck geraten seien in dieser Woche argentinische Staatsanleihen. "Die Kursverluste wurden bei uns aber zu Käufen genutzt", berichte Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Als Beispiel nenne er eine bis Ende 2033 laufende Anleihe (ISIN XS0501195134 / WKN A0VTZV) mit Kupon von 7,82 Prozent, deren Kurs von 79,80 auf 71,25 Prozent gefallen sei. Diese Woche hätten sich Gerüchte über einen eventuellen Zahlungsausfall argentinischer Anleihen verstärkt. In Argentinien stünden im Oktober Wahlen an. Angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und hohen Inflation werde eine Niederlage des liberalkonservativen Präsidenten Mauricio Macri befürchtet.

Zypern sei unterdessen mit neuen Staatsanleihen auf den Markt gekommen, wie Brunner berichte: Eine (ISIN XS1989405425 / WKN A2R1KK) laufe bis Ende 2024 und biete 0,625 Prozent, die andere (ISIN XS1989383788 / WKN A2R1KL) bis 2049 und 2,75 Prozent.

Weiterhin gut nachgefragt sei Daniel zufolge die neue Otto-Anleihe. Dabei handle es sich der Otto Group zufolge um den ersten Sustainable Bond, also die erste Nachhaltigkeitsanleihe, eines deutschen Handelsunternehmens. Dieser biete 2,625 Prozent und laufe bis 2026. Umsätze auf beiden Seiten habe es in einer älteren Otto-Anleihe gegeben, wie der Händler melde. Sehr beliebt bei hohem Handelsaufkommen bleibe laut Brunner die neue Katjes-Anleihe. Der Bond des Süßwarenherstellers laufe fünf Jahre und offeriere 4,25 Prozent. Der Kurs liege mittlerweile schon bei 104,15 Prozent.

Einen Sprung nach oben habe das Papier (ISIN XS0234821345 / WKN A0GJB4) von ERB Hellas, ehemals Eurobank Ergasias, gemacht, wie Brunner beobachtet habe. "Es hieß, dass die Anleihe vorzeitig zurückgezahlt wird. Der Kurs stieg von 82 auf 99 Prozent." (26.04.2019/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
81,651 € 81,651 € -   € 0,00% 25.06./08:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XS0501195134 A0VTZV 102,15 € 72,00 €
Werte im Artikel
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