Anleihen-Handel: Lieber Spanien als Deutschland


20.01.20 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach der Annäherung von den USA und China mit der Unterschrift unter das Phase-1-Handelsabkommen herrscht wieder "risk-on"-Modus: Anleger setzen auf Riskanteres und Höherrentierliches, so die Deutsche Börse AG.

Bundesanleihen stünden weiter unter Druck: "Der Lack bei Bundesanleihen scheint ab zu sein", kommentiere Michael Leister von der Commerzbank. Zehnjährige Papiere würden aktuell mit minus 0,21 Prozent rentieren (17.01.2020), im Tief im September seien es minus 0,74 Prozent gewesen.

Sehr viel Anklang habe eine neue zehnjährige spanische Staatsanleihe (ISIN ES0000012F76 / WKN A28SDS) mit Kupon von 0,5 Prozent und Stückelung von 1.000 Euro gefunden. "Die Nachfrage übertraf das Angebot um das Fünffache", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. "Der Markt schwimmt im Geld."

Auch Zypern habe eine neue Anleihe (ISIN XS2105097393 / WKN A28SDL) begeben, die bis 2040 laufe und 1,25 Prozent biete. Privatanleger seien aber offenbar wenig überzeugt. "Da passiert nichts", bemerke Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank. Zugegriffen werde laut Brunner hingegen bei einer Anleihe (ISIN US900123BJ84 / WKN A1GKZU) der Republik Türkei in US-Dollar, die bis 2041 sechs Prozent biete.

Im Bereich der Corporates seien Anleihen von paragon mit 4,5 Prozent bis 2022, Deutsche Rohstoff mit 5,25 Prozent bis 2024 und Ferratum Capital Germany mit 5,5 Prozent bis 2022 derzeit sehr gesucht, wie Brunner feststelle. paragon-Anleihen und auch -Aktien seien vergangenes Jahr stark unter Druck geraten, hätten sich mit positiven Unternehmensmeldungen aber nun wieder deutlich erholt.

Rege nachgefragt würden Daniel zufolge auch Anleihen (ISIN AT0000A23ST9 / WKN A2RS14) der UBM Development mit Kupon von 3,125 Prozent und Fälligkeit 2023 sowie eine Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) von Volkswagen Financial Services mit 2,25 Prozent und Fälligkeit 2026. Verkauft würden laut Brunner hingegen derzeit Papiere (ISIN DE000A190ND6 / WKN A190ND) von Daimler International Finance mit Kupon von 0,25 Prozent und Fälligkeit 2022.

Sehr beliebt sei zudem der im Dezember emittierte Minibond (ISIN DE000A255D05 / WKN A255D0) der Immobiliengesellschaft ERWE im Volumen von 12,5 Millionen Euro, wie Rainer Petz von Oddo Seydler melde. Der laufe bis 2023 und habe einen Kupon von 7,5 Prozent, beim aktuellen Kurs von 101,15 liege die Rendite bei 7,1 Prozent. "Wegen der guten Nachfrage wird die Anleihe nun aufgestockt auf voraussichtlich 30 Millionen Euro", bemerke der Händler.

Der Stromversorger E.ON habe drei neue Unternehmensanleihen im Volumen von insgesamt 2,25 Milliarden Euro begeben, alle mit Stückelung von 1.000 Euro. Privatanleger seien aber wenig überzeugt: "Investment Grade-Unternehmensanleihen sind für Privatanleger derzeit einfach nicht interessant", bemerke Brunner. Die erste Tranche (ISIN XS2103015009 / WKN A254QQ) sei im Dezember 2023 fällig, der Kupon liege bei 0 Prozent. Eine zweite (ISIN XS2103014457 / WKN A254QS) laufe bis Dezember 2030 und biete 0,75 Prozent. Dazu komme eine grüne Anleihe (ISIN XS2103014291 / WKN A254QR) mit Fälligkeit 2027 und Kupon von 0,375 Prozent.

Das weltweit platzierte Volumen nachhaltiger Anleihen sei nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft Capmarcon 2019 gegenüber 2018 um 66 Prozent auf 229 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl der Transaktionen sei von 535 auf 760 gestiegen; zudem hätten durchschnittlich höhere Einzelvolumina und mehr "Jumbo-Transaktionen" ab 1 Milliarde Euro den Gesamtumfang grüner Finanzierungen erhöht. Motor der Entwicklung seien laut Capmarcon weiter öffentliche und (halb-)staatliche Adressen gewesen. Zudem hätten europäische Emittenten dominiert, auf sie seien 52 Prozent des Volumens entfallen. (Ausgabe vom 17.01.2020) (20.01.2020/alc/a/a)





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ES0000012F76 A28SDS 105,48 € 99,96 €
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