Anleihen-Handel: Lebhaftes Interesse an EYEMAXX und Douglas


07.10.19 10:15
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Schlechte Konjunkturdaten und Strafzölle verderben Marktteilnehmern zunehmend die Risikofreude, davon profitieren Bundesanleihen und US-Treasuries, so die Deutsche Börse AG.

Folge auf die Industrieschwäche dies- und jenseits des Atlantiks ein Dämpfer im Service? Der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe in den USA habe am 03.10. mit einem Wert von 52,6 Punkten enttäuscht. Damit befinde sich das Barometer zwar weiterhin im expansiven Bereich, werde aber wohl weniger dynamisch wachsen. Marktteilnehmer hätten laut Bloomberg bereits damit begonnen, stärkere US-Leitzinssenkungen einzupreisen. Noch gebe es diesbezüglich keine konkreten Anhaltspunkte. Mit Robert Kaplan und Charles Evans hätten sich aber bereits zwei Mitglieder des Offenmarktkomitees der Zentralbank für eine weitere Reduzierung der FED Funds-Rate ausgesprochen. Nicht nur für die HSBC werde damit eine Drosselung um 25 Basispunkte im Oktober sehr wahrscheinlich.

Investoren würden zunehmend das Risiko meiden. Während die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen teilweise deutliche Einbußen hätten hinnehmen müssen, hätten US-Staatsanleihen und Bundesanleihen profitiert. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei seit Mitte September um fast 40 Basispunkte auf rund 1,5 Prozent gefallen. Die Rendite gleichlaufender deutscher Staatspapiere habe auf minus -0,6 Prozent nachgegeben.

Neue US-Strafzölle zwischen 10 und 25 Prozent für Produkte aus dem Euroraum hätten zur Stabilisierung der Kurse am Rentenmarkt beigetragen, wie Arthur Brunner von der ICF Bank feststelle. Die Europäische Union plane eigenen Angaben zufolge bereits Gegenmaßnahmen. Eine Verschärfung im Streit um Subventionen für Boeing und Airbus könnte nach Ansicht von Experten die Zollspirale zwischen Washington und Brüssel weiter nach oben treiben.

Im Handelskonflikt zwischen China und den USA erwarte die NORD/LB bereits im Dezember eine Teileinigung, die über einen Waffenstillstand hinausgehe. Kompliziertere Reglungen etwa zu geistigen Eigentumsrechten dürften demnach allerdings noch auf sich warten lassen. Womöglich bringe die heiße Phase der US-Präsidentschaftswahlen eine komplette Beilegung des Konflikts.

Im Handel mit Corporate Bonds verbuche Brunner weiterhin gute Umsätze in einer fünfjährigen, mit jährlich 5,5 Prozent verzinsten EYEMAXX Real Estate-Anleihe (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ). Aktuell koste der Ende September emittierte Wert 99,85 Prozent.

Reges Interesse sowohl kauf- als auch verkaufsseitig gebe es zudem in einem Mitte Juli 2022 fälligen Douglas-Bond (ISIN XS1251078009 / WKN A161MW) mit einem Kupon 6,25 Prozent. Aktuell sei der Wert für 99,95 zu haben und komme damit auf eine Rendite von etwa 6,7 Prozent (04.10.2019, 13:57).

Eine neue Anleihe (ISIN NO0010861792 / WKN A2YPE8) von Tempton Personaldienstleistungen mit Fälligkeit in 2023 komme Brunner zufolge bei Anlegern besonders gut an. Der in Stücken von 1.000 Euro handelbare Floater sei mit einem Zins von 6 Prozent über dem vierteljährlichen Euribor ausgestattet und notiere derzeit um 102 Prozent (04.10.2019, 13:57). Besichert sei die Anleihe durch Verpfändungen von Aktien und Bankguthaben sowie Forderungsabtretungen.

Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Nachfrage nach einer siebenjährigen Anleihe (ISIN XS2049548873 / WKN A2YN2Y) von Otto mit einem Kupon von 2,625 Prozent.

Das gelte auch für einen im Oktober 2026 fälligen Volkswagen-Wert mit einer jährlichen, nominalen Verzinsung von 2,25 Prozent. Aktuell notiere der Bond des Wolfsburger Automobilkonzerns um 108,76 Prozent und bringe nach Berechnungen von Daniel zu diesem Kurs eine Rendite von 0,95 Prozent (04.10.2019, 13:57).

Seit 1. Oktober sei eine 250 Millionen Britische Pfund schwere, fünfjährige BMW-Anleihe am Börsenplatz Frankfurt in Einheiten von 1.000 Pfund handelbar. Bond-Besitzern zahle der Münchner Autobauer einen Kupon von 1,375 Prozent.

Zwei neue Bonds von Wal-Mart mit Laufzeiten von zehn (ISIN US931142EQ27 / WKN A2R8A7) und 30 Jahren (ISIN US931142EP44 / WKN A2R8A8) hätten zusammen 1,5 Milliarden US-Dollar in Stückelungen von 1.000 US-Dollar in die Kassen des Einzelhandelskonzerns gespült. Anleger würden jährliche Kupons in Höhe von 2,375 und 2,95 Prozent mit halbjährlicher Auszahlung erhalten. (Ausgabe vom 04.10.2019) (07.10.2019/alc/a/a)






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