Anleihen-Handel: Konjunkturdaten bleiben das dominierende Element


20.09.21 09:50
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der letzten Woche gab es nur wenige marktbewegende Konjunkturdaten und eher widersprüchliche Signale, so die Deutsche Börse AG.

Vor allem aus den USA: Deutlich besser als erwartete Einzelhandelsumsätze am Donnerstag, eher enttäuschendes Konsumklima am Freitag. Letzteres habe die Preise jedoch nicht mehr stützen können. Wochenfazit: Fallende Anleihekurse, Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) unter Druck auf 171 Punkte und steigende Renditen zehnjähriger Bundesanleihen mit minus 0,27 Prozent auf dem höchsten Stand seit etwa zwei Monaten. Die Helaba zum Beispiel erwarte erst am kommenden Mittwoch relevante neue Daten.

Von Käufen, wie meist, einer russischen Staatsanleihe (ISIN RU000A0JS3W6 / WKN A1G10S), in Rubel begeben, Laufzeit 2026, Verzinsung 8,15 Prozent, wisse Tim Oechsner, Rentenhändler bei Steubing. Zurzeit koste die Anleihe 106,7 Prozent (17.09.2021). Deutlich weniger Zinsen gebe es für eine norwegische Staatsanleihe, nämlich 2 Prozent, Laufzeit bis 2023, Preis im Moment 102 Prozent. Diese werde Oechsner zufolge gekauft und verkauft.

Ebenfalls fänden Anleger offensichtlich Gefallen an italienischen Staatsanleihen. Beispiel: Eine Anleihe, die bis 2026 laufe, mit 4,5 Prozent verzinst sei und gerade 120 Prozent koste. Immerhin sei ihre Rendite nur knapp im Minusbereich, besser bei anderen Euro-Bonds, die noch tiefer im Minus stünden, begründe Oechsner.

Von enormer Emissionstätigkeit berichte Brunner, etwas Österreich oder Deutschland hätten viele Anleihen gebracht. Diese seien für private Anleger wegen der niedrigen Verzinsung eher uninteressant. Auch Frankreich und Spanien hätten keine Mühe bei ihren Versteigerungen gehabt, wie die Helaba schreibe.

Rainer Petz, Rentenhändler bei Oddo Seydler, sehe anständige Nachfrage nach einer neuen Anleihe des deutschen Immobilienunternehmens DIC Asset, Laufzeit bis 2026, Kupon 2,25 Prozent. Das Angebot sei gut angenommen worden, im Moment notiere die Anleihe bei 99,5 Prozent. Allerdings biete DIC, zum ersten Mal, wie Petz wisse, eine Stückelung von 100.000 Euro an, also nicht in privatanlegerfreundlicher Größe.

Wie Petz berichte, würden die Schlagzeilen um den chinesischen Immobilienentwickler in Zahlungsschwierigkeiten, Evergrand, den internationalen Handel mit Anleihen bewegen. Allerdings würden die Papiere mit einer Stückelung von 200.000 gehandelt, private Anleger seien hier eher nicht aktiv.

Oechsner erzähle von bemerkenswerten Umsätzen in einer Anleihe (ISIN DE000A2BPVE8 / WKN A2BPVE) des insolventen Golfausstatters Golfino. Das Papier bewege sich zwischen 0,01 und 0,1 Prozent.

Nachfrage in ihren Orderbüchern habe Beate Mägerle, Händlerin bei Walter Ludwig, nach einer Anleihe (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA) von voestalpine, Laufzeit bis 2026, und wie schon in der Vorwoche nach einer Anleihe (ISIN XS1213831362 / WKN A14KJP) von STADA, Laufzeit 2022. Beide würden mit 1,75 Prozent verzinst, die erste koste zurzeit 104,4 Prozent, die zweite 100,7.

Gute Umsätze erlebe Brunner in einer Anleihe (ISIN SE0015810759 / WKN A3KN7N) von SGL TransGroup, Laufzeit 2025, Verzinsung 7,75. Trotz Aufstockung sei die Emission von großem Interesse.

Gekauft würde außerdem eine Anleihe (ISIN XS1555774014 / WKN A19CTJ) der PORR AG. Bei einer kurzlaufenden Anleihe (ISIN XS1382792197 / WKN A18Y8N) der deutschen Telekom hätten Anleger Kasse gemacht, Verzinsung 0,625 Prozent, ebenso bei einer Anleihe (ISIN XS1554373164 / WKN A19B3F) von Fresenius, Verzinsung 0,875, schließe Brunner. (Ausgabe vom 17.09.2021) (20.09.2021/alc/a/a)






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