Anleihen-Handel: Kleiner Dämpfer für den Optimismus


15.11.19 16:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Handelsstreit zwischen den USA und China und die anhaltenden Unruhen in Hongkong drückten diese Woche auf die Stimmung, so die Deutsche Börse AG.

"Der Optimismus der Vorwoche war weg", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Zum Wochenausklang würden Äußerungen von US-Wirtschaftsberater Larry Kudlow aber wieder die Laune heben: Der habe am späten Donnerstagabend erklärt, die Gespräche über ein erstes Teilabkommen mit China befänden sich in der finalen Phase.

Sichere Anleihen seien diese Woche wieder stärker gesucht gewesen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sei von minus 0,25 Prozent am Montag auf aktuell minus 0,34 Prozent gefallen. Das Tief vom August mit minus 0,74 Prozent bleibe dennoch weit entfernt.

Anleihen aus Europas Peripherie würden derzeit unter den Unsicherheiten in Spanien wegen der Regierungsbeteiligung von Podemos und anhaltenden Schlagzeilen zum italienischen Budget leiden. Investoren versuchten aber auch, sich die immer noch gute Performance der Anleihen in diesem Jahr sichern, erkläre Michael Leister von der Commerzbank.

Im Handel mit Unternehmensanleihen bleibe Riskanteres aber durchaus gefragt, wie Brunner beobachte. Zugegriffen werde etwa bei einer Nachranganleihe (ISIN XS1555774014 / WKN A19CTJ) der PORR AG, die mittlerweile zu 103,90 Prozent gehandelt werde, und Papieren (ISIN SE0012453835 / WKN A2TSDS, ISIN SE0011167972 / WKN A2LQLF) von Ferratum Capital Germany. Gute Umsätze melde der Händler auch für einen Bond (ISIN DE000A2R4KF3 / WKN A2R4KF) der Media and Games Invest.

Die neue Anleihe von Semper idem Underberg sei die ganze Woche gut nachgefragt gewesen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Jetzt ist etwas Ruhe eingekehrt." Gehandelt werde die Anleihe, die 4 Prozent im Jahr bis 2025 biete, aktuell zu 101,30 Prozent.

Daniel melde außerdem Käufe in einer voestalpine-Anleihe mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 1,75 Prozent und einem 2024 fälligen Papier (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien, das 5,25 Prozent biete. Auf den Abgabelisten hätten dem Händler zufolge hingegen thyssenkrupp-Anleihen und die neuen Bonds (ISIN AT0000A2AX04 / WKN A2R9CX) von UBM Development gestanden. "Allerdings fanden sich auch schnell wieder Käufer."

Angesichts der niedrigen Zinsen im Euroraum würden Anleger weiter in andere Währungsräume schauen, etwa gen Norden: Gut an komme laut Rainer Petz von Oddo Seydler zum Beispiel eine neue Volkswagen-Anleihe (ISIN XS2079699745 / WKN A2SAEW) in Norwegischen Kronen mit Kupon von 2,5 Prozent und Laufzeit bis 2022. "Das ist deutlich mehr als für Euro-Anleihen."

Mehrere Corporate Bonds seien derzeit in der Zeichnung: Die Jung, DMS & Cie. Pool GmbH biete eine 2024 fällige Anleihe (ISIN DE000A2YN1M1 / WKN A2YN1M) mit Kupon von 5,5 Prozent, die Zeichnungsfrist sei etwas verkürzt worden und ende für Neuanleger nun am 22. November. Eine Neuemission (ISIN DE000A2YN3Q8 / WKN A2YN3Q) der Deutschen Rohstoff AG, die bis 2024 laufe und einen Kupon von 5,25 Prozent habe, könne noch bis zum 4. Dezember gezeichnet werden.

Verlängert worden bis zum 12. Februar sei unterdessen die Zeichnungsfrist für zwei neue Anleihen (ISIN DE000A2YPAL9 / WKN A2YPAL, ISIN DE000A2YPAM7 / WKN A2YPAM) von SeniVita Social Estate mit Kupon von 7 bzw. 9 Prozent und Laufzeit bis 2024 bzw. 2025, wie Brunner melde. Die Schlote-Gruppe habe die Angebotsfrist für ihre neue Unternehmensanleihe (ISIN DE000A2YN256 / WKN A2YN25) aufgrund der hohen Nachfrage heute vorzeitig um 13 Uhr geschlossen. Die Anleihe biete 6,75 Prozent und laufe bis zum November 2024. (15.11.2019/alc/a/a)





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