Anleihen-Handel: Der Blick richtet sich gerne gen die USA


27.09.19 15:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei anhaltender Unsicherheit bleibt Sicherheit gefragt, so die Deutsche Börse AG.

"In dieser Woche kamen noch die Nachrichten über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren von US-Präsident Trump und der Rücktritt von Sabine Lautenschläger aus dem EZB-Direktorium dazu", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. "Angeblich ist Lautenschläger aus Protest gegen die neuen EZB-Maßnahmen zurückgetreten."

Die Renditen für dreißigjährige Bundesanleihen seien wieder in den Minusbereich gerutscht. Auch die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen seien wieder gefallen und lägen nun bei minus 0,58 Prozent. Im Rekordtief im August seien es mit minus 0,74 Prozent allerdings nochmals weniger gewesen.

Auch Anleihen aus Europas Peripherie würden abermals weniger abwerfen. Etwa würden zehnjährige spanische Staatsanleihen nur mit 0,15 Prozent rentieren. Zum Vergleich: Anfang Januar seien es noch 1,5 Prozent gewesen. "Ein Grund hierfür dürfte die Heraufstufung ihres Ratings sein", bemerke Analyst Markus Koch von der Commerzbank. "Die wog offensichtlich schwerer als die Unsicherheit vor den Parlamentswahlen am 10. November." Die Rendite italienischer Staatsanleihen bleibe unter 1 Prozent, aktuell seien es 0,84 Prozent.

Wegen der niedrigen Zinsen in Europa seien US-Staatsanleihen derzeit beliebt, wie Brunner feststelle. "Das liegt am festen US-Dollar und am Renditevorsprung gegenüber Bundesanleihen." Der liege im Zehnjahresbereich bei 228, im Zweijahresbereich bei 243 Basispunkten.

Im Handel mit Unternehmensanleihen sei die Thomas Cook-Pleite Thema Nummer Eins gewesen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. So habe die bis 2022 laufende Anleihe der Thomas Cook Group mit Kupon von 6,25 Prozent bis auf 2,6 Prozent nachgegeben, aktuell seien es wieder 6,5 Prozent. Die Anleihe schwächele schon seit Ende 2018 und habe seit Mai massiv an Wert verloren.

Gute Umsätze melde Brunner für die neue EYEMAXX Real Estate-Anleihe (ISIN DE000A2YPEZ1 / WKN A2YPEZ), die bis 2024 laufe und einen Kupon von 5,5 Prozent biete. Etwas unter Abgabedruck geraten sei dem Händler zufolge die Douglas-Anleihe (ISIN XS1251078009 / WKN A161MW), die vor dem Hintergrund guter Unternehmenszahlen zuvor gestiegen sei. Weiter gut entwickelt habe sich das Papier (ISIN DE000A2NBZ21 / WKN A2NBZ2) der SoWiTec Group, wie Brunner außerdem berichte. Mittlerweile liege der Kurs bei 106 Prozent.

Ein Sprung nach oben von 69,39 auf 85 Prozent habe unterdessen die Nachranganleihe (ISIN XS0202197694 / WKN A0DDUL) des spanischen Banco Santander gemacht. "Es gibt Gerüchte, dass die Anleihe vorzeitig gekündigt wird", stelle Daniel fest. "Auch andere Nachranganleihen von Banken profitieren." Nachgefragt sei dem Händler zufolge auch der Bond (ISIN DE000A2NBZG9 / WKN A2NBZG) des Immobilienunternehmens DIC Asset AG. (27.09.2019/alc/a/a)






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