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Am Primärmarkt herrscht weiter Sommerflaute


09.08.18 09:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das britische Pfund kam gestern stark unter Druck, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Gegenüber dem Euro sei es auf den tiefsten Wert seit neun Monaten gefallen und stehe aktuell bei 0,9010. Die Anleger schienen sich zunehmend für das Szenario eines "harten Brexit" zu positionieren. Am Wochenende habe der britische Handelsminister Liam Fox die Wahrscheinlichkeit eines Austritts ohne vertragliche Regelung der zukünftigen Wirtschaftsbeziehungen zur EU mit 60% bezeichnet. Diese Abwertung des Pfunds zeige, wie stark inzwischen die Brexit-Unsicherheit die grundsätzlich gute wirtschaftliche Situation überlagere. Diese habe die Zentralbank letzte Woche noch zu einer Zinsanhebung veranlasst.

In der Eurozone hätten die Budgetverhandlungen der italienischen Regierungsparteien erneut für Unruhe gesorgt. Zwar hätten Premier Conte und Finanzminister Tria gestern eine pragmatische Umsetzung ihrer Wahlversprechen im Budget angedeutet. Doch Vize-Premier Di Maio habe martialische Töne angeschlagen, habe erneut die europäischen Budgetregeln attackiert und weitgehend an den unrealistischen Maximalforderungen aus dem Wahlkampf festgehalten. Die Risikoprämie italienischer Staatsanleihen (10J vs.DE) sei um 5 BP auf nun 250 BP angestiegen.

Am Primärmarkt herrsche weiter Sommerflaute. Gestern habe Griechenland 3-monatige Schatzanweisungen zu einer im Vergleich zum Vormonat unveränderten Rendite von 0,65% emittiert. Für heute habe Italien die Emission 12-monatiger Schatzanweisungen angekündigt. (09.08.2018/alc/a/a)