0,75% bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf Vodafone: Das Mobilfunknetz der Zukunft - Anleiheanalyse


05.12.19 08:45
DZ BANK

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Vodafone eine 0,75% bonitätsabhängige Schuldverschreibung (ISIN DE000DD5ANS5 / WKN DD5ANS) mit dem Basiswert Vodafone vor.

In der ersten Geschäftsjahreshälfte, welche bei Vodafone bis Ende September gehe, habe der Konzern seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 0,4% marginal steigern können. Der Konzernfehlbetrag habe sich auf 1,9 Mrd. Euro belaufen, was im Wesentlichen auf ein negatives Gerichtsurteil in Indien zurückzuführen sei. Die dortige Tochter Vodafone Idea habe einen hohen Betrag an die indische Telekommunikationsbehörde entrichten müssen. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies trotzdem eine Verbesserung, denn im ersten Halbjahr 2018 habe Vodafone noch einen Verlust von 7,8 Mrd. Euro verbuchen müssen. Die jüngste Entwicklung habe das Management dazu bewogen, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr leicht anzuheben. So solle das bereinigte EBITDA letztendlich zwischen 14,8 und 15 Mrd. Euro liegen, statt wie ursprünglich vorhergesagt bei 13,8 bis 14,2 Mrd. Euro.

Mitverantwortlich für die Prognoseanhebung sei die Entwicklung in Deutschland. Deutschland sei der wichtigste Markt für den Telekommunikationskonzern - nach der Deutschen Telekom sei Vodafone die Nummer Zwei. Neben Mobilfunk betreibt das Unternehmen hierzulande auch ein eigenes Kabelnetz, so Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, weiter. Bereits 2013 habe Vodafone Kabel Deutschland übernommen. Bis vor kurzem sei das Angebot allerdings nicht bundesweit verfügbar gewesen. Erst mit dem diesjährigen Kauf großer Teile der Kabelnetze von Liberty Global, zu denen auch der deutsche Anbieter Unitymedia gehöre, seien die noch fehlenden Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg erschlossen worden.

5G sei nach GSM, UMTS (3G) und LTE (4G) die nächste Entwicklungsstufe des Mobilfunknetzes. Die Vorteile von 5G gegenüber den heute üblichen Mobilfunkstandards seien größere Datenübertragungsraten, höhere Geschwindigkeiten und geringerer Energieverbrauch. In Zukunft könnten bis zu 10 GB an Daten innerhalb einer Sekunde übertragen werden - bei LTE oder 4G seien maximal 1 GB pro Sekunde möglich gewesen und bei UMTS seien es gerade einmal 0,38 MB pro Sekunde gewesen. Die Reaktionszeit oder auch Latenz solle von der Anforderung eines Datenpakets bis zu dessen Empfang eine Millisekunde betragen. Zum Vergleich: Bei schnellen Festnetz-Anschlüssen betrage diese im Moment rund 10 Millisekunden.

Bis dato habe Vodafone 5G in sieben europäischen Märkten eingeführt, mit Diensten in 58 Städten. Spanien, Italien und Rumänien seien im Juni, Großbritannien und Deutschland im Juli, Irland im August und Ungarn im Oktober gestartet. In Deutschland sei die Verfügbarkeit des neuen Standards allerdings noch relativ gering. Hierzulande wird 5G derzeit an 60 Standorten angeboten, so Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK, weiter. Laut eigenen Angaben könnten so rund 10.000 Kunden das schnelle Netz nutzen. Bis Ende des Jahres solle sich die Zahl der Standorte verdoppeln, vor allem in Städten wie Frankfurt, Berlin und Düsseldorf solle 5G dann verfügbar sein. Bis Ende 2020 sollten rund 10 Mio. der 50 Mio. deutschen Vodafone-Kunden in den Genuss des neuen Mobilfunkstandards kommen.

Trotz des schnellen 5G-Ausbaus sei die allgemeine Netzabdeckung innerhalb Deutschlands häufig mangelhaft. Damit möglichst viele dieser Funklöcher schnell gestopft würden, möchten Vodafone, Telefónica und die Deutsche Telekom zusammenarbeiten und bis zu 6.000 Standorte koordiniert aufbauen und nutzen. Wir begrüßen diesen Schritt und sehen hier in Zukunft Potenzial für attraktive Mobilfunkangebote, so Felix Schröder, Produktmanager bei der DZ BANK. Zudem könne man sich auch neue Dienstleistungen und Produkte, wie z.B. Echtzeit-Internet oder Virtual Reality, dank des 5G-Netzes vorstellen. Allerdings sei die Frequenz-Auktion mit 1,88 Mrd. Euro sehr hoch ausgefallen und dürfte nach Meinung von Felix Schröder den Mobilfunkbetreiber stärker belasten als ursprünglich geplant.

Aktuell werde die Bonität von Vodafone von den drei führenden Ratingagenturen Moody's, Fitch und Standard & Poor's mit den Langfrist-Ratings Baa2, BBB und BBB sowie zwei stabilen Ausblicken und einem negativen Ausblick eingestuft. Nach Ansicht von Felix Schröder seien die Marktposition sowie die Markenbekanntheit von Vodafone positiv zu bewerten. Negativ betrachte der Produktmanager Schröder dagegen die hohen Kosten durch die 5G-Auktion und die Investitionen im Rahmen des Netzausbaus.

Aktuell habe die DZ BANK eine bonitätsabhängige Schuldverschreibung auf die Vodafone Group Plc im Angebot. Der Zinssatz für dieses Papier betrage 0,75% p.a. und die Laufzeit betrage sieben Jahre. Die Zeichnungsphase laufe vom 29.11.2019 bis 18.12.2019.

Die Art und Höhe der Rückzahlung am Rückzahlungstermin sei abhängig von der Bonitätsentwicklung der Vodafone Group Plc. Am Rückzahlungstermin gebe es folgende Rückzahlungsmöglichkeiten:

1. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung kein Kreditereignis beim Referenzschuldner Vodafone Group Plc ein, erhalte der Anleger zu den jährlichen Zinszahlungsterminen einen Zinssatz von 0,75% ausbezahlt. Zudem werde die Schuldverschreibung am Tag der Endfälligkeit zum Nennbetrag zurückgezahlt.

2. Trete während der Laufzeit der Schuldverschreibung ein Kreditereignis beim Referenzschuldner Vodafone Group Plc ein, würden die Zinszahlungen ab diesem Zeitpunkt eingestellt und die Rückzahlung erfolge zum Abwicklungsbetrag. Der Abwicklungsbetrag könne deutlich unter dem Nennbetrag liegen und im Extremfall null betragen, d.h. die Zahlung entfalle in diesem Fall vollständig (Totalverlustrisiko). Der Anleger erleide einen Verlust, wenn der Abwicklungsbetrag unter dem Erwerbswert der Schuldverschreibung liege.

Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen könne. (Stand vom 29.11.2019) (05.12.2019/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.