voestalpine: Schwierige Rahmenbedingungen im Stahlsektor - VOEAV 1,750% 2026 verkaufen!


07.11.19 11:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) raten die VOEAV 1,750% 2026 (ISIN AT0000A27LQ1 / WKN A2R0KA) der voestalpine AG (ISIN AT0000937503 / WKN 897200) nach wie vor zu verkaufen.

Während die Umsatzerlöse im H1 19/20 um -2% auf EUR 6,5 Mrd. gesunken seien (u.a. geringeres Volumen), habe sich das EBITDA auf EUR 666 Mio. belaufen (-23% vs. H1 18/19). Das EBIT habe sich um -52% auf EUR 230 Mio. reduziert. Dabei sei in allen vier Segmenten ein Rückgang verzeichnet worden. Insbesondere in der Metal Forming Division sei das EBIT um -60% aufgrund der rückläufigen Nachfrage im Automobilsektor sowie den weiterhin andauernden Anlaufkosten in Cartersville (USA) gesunken.

Bilanzseitig sei die Gearing Ratio (Nettoverschuldung/Eigenkapital) von 47% (31. März 2019) auf 75% per 30. September 2019 gestiegen und liege damit am oberen konzerninternen Grenzwert (50%, kurzfristig max. 75%). Diese Entwicklung sei zum einen der Reklassifizierung der, per 31. Oktober 2019 getilgten und damit zum Bilanzstichtag (30. September) als Finanzverbindlichkeit ausgewiesenen, Hybridanleihe (EUR 500 Mio.) und zum anderen IFRS 16 (EUR 437 Mio.) geschuldet. Die Nettoverschuldung sei damit auf EUR 4,5 Mrd. angestiegen, resultierend in einer Net Leverage Ratio von 3,1x, welche ebenfalls über der konzerninternen Vorgabe von 3,0x gelegen habe.

Der Fokus des Managements liege derzeit primär auf einer Optimierung der Kapitalstruktur, insbesondere einer Schuldenreduktion, Stabilisierung des operativen Ergebnisses sowie auf dem Free Cashflow. Dementsprechend sollten die Capex an das Niveau der Abschreibungen herangeführt werden, welche in den Vorjahren deutlich über diesen gelegen hätten. Im H1 19/20 seien die Investitionen bereits um -29% auf EUR 338 Mio. reduziert worden. Nur in der High Performance Metal Division (neues Special Steel Werk in Kapfenberg) hätten die Capex über dem H1 18/19 gelegen. Für das GJ 19/20 werde weiterhin mit einem Capex in Höhe von EUR 900 Mio. gerechnet. Der Free Cashflow sei im H1 19/20 (EUR -222 Mio.) wie auch im H1 18/19 (EUR -310 Mio.) negativ gewesen.

Neben den bereits angekündigten kurzfristigen Kosten- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen habe das Unternehmen bekannt gegeben, die langfristige Ausrichtung aller wesentlichen Geschäftsbereiche einer Überprüfung zu unterziehen.

Das Management erwarte den Geschäftsverlauf im Q3 19/20 ähnlich herausfordernd wie im Q2 19/20, während sich im Q4 u.a. bereits erste positive Auswirkungen der zuvor erwähnten kurzfristigen Maßnahmen zeigen sollten. Für das GJ 19/20 gehe das Management der voestalpine, aufgrund des schwieriger als angenommenen Marktumfelds, insbesondere im Automobilsektor, sowie dem Handelsstreit, hohen Stahlimporten und einem deutlichen Anstieg der Eisenerzpreise nicht mehr davon aus, das EBITDA-Niveau aus dem GJ 18/19 halten zu können, und rechne fortan mit einem EBITDA in Höhe von EUR 1,3 Mrd. für das GJ 19/20.

In unserem Corporate Bond Profile vom 11. Juni 2019 haben wir eine Verkaufsempfehlung für die VOEAV 1,750% 2026 relativ zu unserer Benchmark (ICE BofAML Euro Non-Financial Index) ausgesprochen; angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen im Stahlsektor und der gegenüber der letzten Empfehlung im Wesentlichen unveränderten Annahmen bezüglich der fundamentalen Situation bestätigen wir die Verkaufsempfehlung. (Ausgabe vom 06.11.2019) (07.11.2019/alc/a/a)
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AT0000A27LQ1 A2R0KA 104,27 € 99,60 €
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