In der russischen Volkswirtschaft setzt sich die Disinflation fort


05.09.17 10:15
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Das russische Statistikamt Rosstat will heute oder morgen die Daten zur Preisentwicklung im zurückliegenden August berichten, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nachdem die Inflation bereits im Juli mit 3,9% unter die Zielmarke der russischen Notenbank von 4% gefallen sei, habe sich der disinflationäre Trend vermutlich fortgesetzt. Die bereits vorliegenden Wochendaten würden einen schwächeren Anstieg der allgemeinen Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat von 3,5% erwarten lassen. Den geringen Preisauftrieb in der Volkswirtschaft signalisiere indes die um die Ausgaben für Nahrungsmittel und Energie bereinigte Kerninflation: Im Vormonat sei die Jahresrate mit 3,3% auf ein Rekordtief gesackt.

Wie die Zentralbank gestern mitgeteilt habe, seien auch die landesweiten Inflationserwartungen inzwischen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung ab 2010 gesunken. In diesem Umfeld würden die Analysten mit weiteren Rücknahmen des aktuellen Leitzinses von 9,00% um jeweils 50 Basispunkte im laufenden und kommenden Quartal bis Ende 2017 rechnen. Im kommenden Jahr würden die Analysten in jedem Quartal eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bis auf 7,00% zum Jahresende unterstellen. Im Blick auf die geldpolitische Lockerung würden zahlreiche Anleger weiter auf die Attraktivität in Rubel denominierter Staatsanleihen setzen. (05.09.2017/alc/a/a)