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Zweite Welle ohne Folgen?


03.07.20 10:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Obwohl in den USA die zweite Corona-Welle in vollem Gange ist, scheinen Marktteilenehmer die damit verbundenen Sorgen und Risiken auszublenden, so die Analysten der Helaba.

Anders lasse sich der zeitweise Abgabedruck am Rentenmarkt in der auslaufenden Woche und die trotz der Schwankungen noch als hoch anzusehenden DAX-Notierungen kaum erklären. An den europäischen Spreadmärkten sei bisweilen ebenfalls keine Risk-Off-Stimmung zu spüren. Peripherie-, Covered-Bond- und SSA-Spreads würden keinen klaren Ausweitungstrend aufweisen, auch weil in Europa das Infektionsgeschehen ein ganz anderes sei und die EZB-Maßnahmen das Ihrige dazu beitragen würden.

Tendenziell herrsche das zweite Halbjahr betreffend konjunktureller Optimismus vor und dies sei durch die soliden Stimmungsindikatoren, die teilweise auch deutlich positiv überrascht hätten, unterstützt worden. Vor diesem Hintergrund richte sich der Blick auf die heute anstehenden Einkaufsmanagerindices des Dienstleistungsgewerbes in Europa. Die Vorabschätzungen der PMIs in Deutschland, Frankreich und der Eurozone hätten deutliche Erholungen angezeigt, weil die Corona-Beschränkungen gelockert worden seien und verschiedene Servicebereiche wieder aktiv hätten werden können. Aufwärtsrevisionen wie schon bei den Industrie-PMIs sollten nicht ausgeschlossen werden.

In Spanien und Italien seien entsprechend ebenfalls massive Verbesserungen zu erwarten. Es bleibe aber abzuwarten, ob die Wachstumsschwelle erreicht oder sogar überschritten werden könne. Somit dürfte der Optimismus der Marktteilnehmer nicht nochmals angeheizt werden.

In den USA seien die Konjunkturdaten wegen des Unabhängigkeitstages (4. Juli) bereits gestern bekanntgegeben worden, denn heute sei vorgezogener Feiertag und die Märkte seien geschlossen. (03.07.2020/alc/a/a)