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Zinswende eröffnet Chancen für Absolute-Return-Strategien


13.10.17 12:30
Candriam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Candriam Investors Group hat auf ihrer diesjährigen Jahrestagung Stärken und Herausforderungen von Absolute-Return-Strategien diskutiert.

Im Fokus der Tagung habe das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik in Europa und Nordamerika gestanden, das insbesondere aktive Long-Short- und Global-Macro-Strategien begünstige.

Seit 2008 habe vor allem die expansive Geldpolitik die Märkte bestimmt. Die Folge seien sehr niedrige oder sogar negative Zinsen, hoch bewertete Aktienkurse, hohe Mittelzuflüsse in andere Vermögenswerte und der Glaube gewesen, dass die Risiken so gering seien wie nie. Mit dem, wenn auch allmählichen, Abbau der expansiven Geldpolitik würden die Karten neu gemischt - und Investoren müssten ihre Asset-Allokation überdenken.

Fabrice Cuchet, Chief Investment Officer of Alternative Investments bei Candriam: "Mit Staatsanleihen können Investoren ihre Investment-Anforderungen nicht mehr erfüllen. Zum einen sind ihre Renditen zu niedrig, zum anderen werden sie mit Zinsen von null ihrer traditionellen Rolle als bestes Diversifikationsinstrument nicht mehr gerecht. Die Aussicht, mit dem Anleiheteil eines Portfolios während einer Krise Gewinne zu erzielen, ist zurzeit entsprechend gering. Aber es gibt zwei gute Nachrichten: Erstens waren steigende Zinsen in der Vergangenheit immer günstig für Absolute-Return-Strategien. Zweitens sorgt eine restriktivere Geldpolitik für mehr Volatilität und größere Performance-Unterschiede auf Einzelwerteebene - und damit für bessere Chancen für aktive Strategien."

Strategien wie Equity-Long-Short und Equity-Market-Neutral komme es entgegen, wenn sich nicht mehr alle Wertpapiere ähnlich entwickeln würden. Nach einem schwierigen Umfeld für überzeugungsgeleitete Ansätze beginne jetzt eine Phase, in der Anleger wieder von unterschiedlichen Geschäftsmodellen profitieren könnten. Auch steigende Zinsen seien gut für diese Strategien, weil sich Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten seien, dann nicht mehr so leicht refinanzieren könnten.

Für Global-Macro- und Multi-Strategien seien steigende Zinsen ebenfalls günstig, weil die Portfoliomanager bei größeren Unterschieden zwischen Regionen, Ländern und Sektoren Arbitragechancen nutzen könnten. Das sei bei gleichlaufenden Märkten nicht möglich. César Zeitouni, Head of Long Short Equity, füge hinzu: "Auch das Thema Digitalisierung gewinnt in allen Bereichen der Wirtschaft an Bedeutung. Es sorgt für Arbitragemöglichkeiten zwischen Innovationsführern und Nachzüglern."

Das allmähliche Ende der expansiven Geldpolitik sei ein Segen für Investoren und biete zugleich zahlreiche Chancen für Absolute-Return-Strategien mit aktiven, überzeugungsgeleiteten Ansätzen. Die Anleger würden bereits seit Anfang des Jahres steigende Zinsen erwarten. Die Mittelzuflüsse in Absolut-Return-Fonds seien wieder gestiegen. (13.10.2017/alc/a/a)