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Zinsstrukturkurve in den USA vor der Invertierung


05.12.18 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der bereits am Montag durch die Aussagen von FED-Vizepräsident Richard Clarida ausgelöste Renditerückgang am langen Zinsende für US-Staatsanleihen hat sich gestern fortgesetzt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Hintergrund seien deutlich sinkende Inflationserwartungen in den USA. Nachdem Clarida in einem Fernsehinterview von der Bekämpfung der Disinflation als aktuell größte Herausforderung für die Zentralbanken weltweit gesprochen habe, seien die als Indikator für die Inflationserwartungen geltenden 5Y5Y-Inflationsswaps um fast 10 BP auf rund 2,27% eingebrochen. Als Konsequenz hieraus habe sich die Zinsdifferenz zwischen den 10-jahrigen und den 2-jährigen US-Staatsanleihen auf unter 15 BP verringert, während der Spread zwischen 5-jährigen und 2-jährigen sogar negativ gewesen sei. Damit sei die Gefahr einer vollständigen Invertierung der Zinsstrukturkurve in den USA wieder deutlich größer geworden.

Da eine inverse Zinsstrukturkurve in der Vergangenheit als ein verlässlicher Frühindikator für eine Rezession in den USA angesehen worden sei, drücke die jüngste Entwicklung erneut auf den Risikoappetit der Finanzmarktteilnehmer. Während die Aktienmärkte gestern global geschwächelt hätten, hätten "sichere Häfen" wie deutsche Staatsanleihen profitiert. So sei die Rendite für 10-jährige Bunds auf den tiefsten Stand seit Juli gefallen. (05.12.2018/alc/a/a)